Nach den überzeugenden Zahlen von SCOR setzt sich die positive Nachrichtenlage in der Rückversicherungsbranche fort. Auch die Hannover Rück hat starke vorläufige Zahlen vorgelegt. Die Aktie reagiert leicht positiv – und wie schon beim französischen Wettbewerber dürfte auch dieses Zahlenwerk ein gutes Vorzeichen für Branchenprimus Munich Re sein.
Der im DAX notierte Rückversicherer hat seinen Gewinn im vergangenen Jahr deutlich gesteigert und damit das im November angehobene Ergebnisziel erreicht. Gleichzeitig bestätigte das Unternehmen den Ausblick für das laufende Jahr.
Der Nettogewinn stieg auf 2,64 Milliarden Euro nach 2,33 Milliarden Euro im Vorjahr. Damit landete Hannover Rück punktgenau in der zuletzt in Aussicht gestellten Spanne von rund 2,6 Milliarden Euro. Das operative Ergebnis legte auf 3,5 Milliarden Euro zu, nach 3,3 Milliarden Euro ein Jahr zuvor. Allein die Schaden-Rückversicherung steuerte dazu 2,6 Milliarden Euro bei. Der Rückversicherungsumsatz erhöhte sich leicht auf 26,8 Milliarden Euro.
Für das Geschäftsjahr 2026 hält der Konzern an seinem Ziel eines Gewinns von mindestens 2,7 Milliarden Euro fest. Die Schaden-Kosten-Quote soll unter 87 Prozent liegen und damit klar im profitablen Bereich. Zudem peilt Hannover Rück weiterhin eine Kapitalanlagerendite von rund 3,5 Prozent an.
Wie bereits gestern bei SCOR (siehe hier) zeigt sich auch bei Hannover Rück ein gewisser Preisdruck in der Erneuerungsrunde zum 1. Januar. In der traditionellen Schaden-Rückversicherung gingen die Preise inflations- und risikoadjustiert um 3,2 Prozent zurück. Das erneuerte Prämienvolumen legte dennoch zu. Von den zur Erneuerung anstehenden 10,2 Milliarden Euro wurden 9,4 Milliarden Euro verlängert. Zusammen mit neuen Verträgen sowie Preis- und Anteilsanpassungen stieg das Volumen um 3,3 Prozent auf gut 10,5 Milliarden Euro.
Vorstand Sven Althoff verwies auf stärkeren Wettbewerb in einzelnen Sparten, betonte jedoch, dass das Preisniveau weiterhin über dem langjährigen Durchschnitt liege und risikoadäquat sei.
Nach SCOR liefert auch Hannover Rück solide Argumente dafür, dass die Erneuerungsrunde nicht ganz so schlimm verlaufen ist wie vielfach befürchtet. Trotz moderater Preisrückgänge bleibt die Profitabilität hoch. Für die Munich Re, die ihre Zahlen am 26. Februar vorlegt, ist das Rückenwind. Der Weltmarktführer bleibt der Top-Pick im Sektor und investierte Anleger an Bord.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Munich Re.
Heute, 08:43