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Handelsstreit USA vs. China: Die Folgen für deutsche Automobilhersteller

Handelsstreit USA vs. China: Die Folgen für deutsche Automobilhersteller
Foto: Börsenmedien AG
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DER AKTIONÄR 28.06.2018, 07:44 ‧ DER AKTIONÄR
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Noch ist zwar nichts entschieden. Doch die erhöhten chinesischen Strafzölle auf die in den USA produzierten Fahrzeuge würden den deutschen Automobilherstellern weh tun. Der Daimler-Konzern und die BMW Group exportieren zusammen aus den US-Werken mehr Autos nach China als alle anderen Automobilhersteller, die in den USA produzieren.

Der Daimler-Konzern hat in Folge des Handelsstreits zwischen den USA und China bereits vor Einbußen im SUV-Umsatz gewarnt. Stark betroffen wäre auch die BMW Group, der VW-Konzern hingegen vergleichsweise weniger.

Im Jahr 2017 wurden in den US-Werken deutscher Automobilhersteller etwa 844.000 Fahrzeuge gebaut. Davon wurde weniger als die Hälfte in den USA verkauft. Der Rest, etwa 481.000, wurde exportiert. Nach China wurden insgesamt 266.657 der in den USA produzierten Autos exportiert, davon allein knapp 67 Prozent von deutschen Herstellern.

Quelle: Börsenmedien AG

Daimler produzierte im US-Werk in Tuscaloosa im vergangenen Jahr 332.964 Autos, davon wurden 72.198 nach China exportiert. Exporte nach China machen 38 Prozent der Daimler-Exporte aus den USA aus. Insgesamt verkaufte Daimler in China 614.286 Autos. Im Jahr 2017 war China für Mercedes der stärkste Markt – der Anteil des chinesischen Marktes am Umsatz von Mercedes betrug etwa 26 Prozent. Im März dieses Jahres kündigte Daimler an, dass seine Produktion in China erweitert wird.

Quelle: Börsenmedien AG

BMW hat im US-Werk Spartanburg im vergangenen Jahr 371.000 Autos gebaut, davon wurden 106.971 nach China exportiert. Exporte nach China machen 31 Prozent der aus den USA exportierten BMW-Fahrzeuge aus. Insgesamt hat BMW in China 594.000 Fahrzeuge verkauft. Allerdings kündigte BMW an, es werde das in China beliebte X3 Modell nicht mehr aus Spartanburg nach China exportieren – wobei 35 Prozent der nach China exportierten BMWs das X3 Modell waren). Die Produktion des X3 Modells wurde teilweise nach Südafrika und China verlagert.

Der VW-Konzern hat im US-Werk in Chattanooga im Jahr 2017 gut 140.000 Autos gebaut (VW Passat und VW Atlas). Diese werden jedoch nicht nach China exportiert, sondern vor allem nach Kanada, Mexiko, den Nahen Osten und Südkorea. Audi und Porsche werden in den USA nicht gebaut. Insgesamt verkaufte der VW-Konzern in China knapp 4.184.000 Fahrzeuge. VW plant in China bald ein weiteres Werk zu öffnen.

Aus dem Trio wären daher Daimler und BMW am stärksten betroffen. Laut den Analysten der Investment-Firma Evercore ISI würden sich die chinesischen Importzölle auf BMW in Höhe von 965 Millionen US-Dollar und auf Daimler in Höhe von 765 Million US-Dollar negativ auswirken. DER AKTIONÄR empfiehlt engagierten Anlegern ihre Auto-Aktien zu halten und die weitere Entwicklung in dem Handelsstreit abzuwarten.

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