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Gold: Ein seltsamer Jahresauftakt

Gold: Ein seltsamer Jahresauftakt
Foto: Börsenmedien AG
Gold XAU/USD Spot Rate - %
Markus Bußler 19.04.2014, 10:00 ‧ Markus Bußler
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Das lange Osterwochenende bietet die Gelegenheit, einmal auf den Handelsverlauf bei Gold zurückzublicken in den ersten Wochen dieses Jahres zurückzublicken. Dabei fällt die fast schon unheimliche Stärke zum Jahresanfang ins Auge. So recht konnten die meisten Experten das nicht erklären – genauso wenig wie die jetzige Schwäche.

Als die US-Notenbank FED verkündete, sie werde aus der ultralockeren Geldpolitik ausstiegen, war dies nicht etwa der Startschuss für weitere Verluste beim Goldpreis, wie es die meisten Analysten vorhergesagt hatten, sondern der Beginn einer kleinen Rallye. Bis Mitte März verteuerte sich das Edelmetall – und mit ihm auch viele Minenaktien. In der zweiten Reihe ließen sich binnen kurzer Zeit Gewinne von 50, 60 Prozent und mehr erzielen.

Entspannung in der Ukraine?

Doch wie gewonnen, so zerronnen. In der zweiten Märzhälfte machte der März dann seinem Ruf als schlechtester Monat für Edelmetalle alle Ehre und die Gewinne schmolzen dahin. Und die Schwäche hält auch im April noch an. Wieso? Wirklich Gründe gibt es nicht. Analysten haben mehrfach eine Entspannung der Ukraine-Krise angeführt. Doch von einer Entspannung kann keine Rede sein. Im Gegenteil: Die Lage in der Ostukraine ist unübersichtlich und birgt das Potenzial, weiter zu eskalieren.

Zinswende?

Auch die von Analysten mehrfach angeführte Zinswende darf wohl als Märchen bezeichnet werden. Natürlich wird es irgendwann eine Zinswende geben. Aber auf kurze und auch mittlere Sicht ist damit nicht zu rechnen. Das hat auch die FED noch einmal klar gestellt. Im Gegenteil: Die Renditen sind zuletzt wieder gesunken. Als Argument für eine Schwäche des Goldpreises taugt das nicht.

Schwache Nachfrage aus China?

Angeblich soll die Nachfrage aus China in diesem Jahr schwach sein. Das jedenfalls meldet das World Gold Council. In den kommenden Jahren soll sie dann wieder anziehen. Die Zahlen für das erste Quartal haben eine solche Schwäche zwar noch nicht widergespiegelt. Aber selbst wenn die Nachfrage auf dem Niveau vom vergangenen Jahr bleiben würde, wäre dies sehr hoch. Zumal auch die Abflüsse aus den ETFs keine so dramatischen Ausmaße mehr erreichen dürften wie im vergangenen Jahr.

Gute Nachrichten verhallen ungehört

Auch an der Rohstoffbörse Comex gab es zuletzt eher Zeichen von Entspannung. Die Commercials hatten ihre Nettoshortpositionen zurückgefahren. Das ist ein gutes Zeichen, schließlich handelt diese Anlegergruppe eher antizyklisch. Doch dem Goldpreis haben auch diese Daten nicht auf die Sprünge geholfen. Auch charttechnische Kaufsignale im MACD und das Golden-Cross haben keine Wirkung entfaltet.

Quelle: Börsenmedien AG

Es ist erstaunlich, dass die Bullen in diesem Umfeld keinerlei Gegenwehr zeigen und alle Hoffnungen auf eine Gegenbewegung sich bislang zerschlagen haben. Fällt die Unterstützungszone zwischen 1.260 und 1.280 Dollar, dann ist ein Test der Tiefs bei 1.180 Dollar aus dem vergangenen Jahr wahrscheinlich. Nur warum dieses Szenario eintreten soll, das ist ein Rätsel. Diejenigen, die einen Preisrutsch vorhergesagt haben, könnten also Recht behalten – auch wenn die Argumente wenig stichhaltig sind.

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