01.10.2018 Jonas Lerch

General Electric: Aktie explodiert trotz Gewinnwarnung – was ist da los?

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General Electric kappt ein weiteres mal das Gewinnziel für 2018. Der US-Traditionskonzern steht vor einer Milliarden-Abschreibung in der Kraftwerkssparte. Doch die Aktie schießt nach oben, denn es gibt Änderungen in der Chefetage.

Der Siemens-Rivale strauchelt. Aufgrund der Probleme in der Kraftwerkssparte rechnet GE nun mit einer Abschreibung des kompletten Firmenwerts in diesem Bereich. Das sind 23 Milliarden Dollar. Sowohl beim Cash Flow als auch beim Gewinn je Aktie wurden in diesem Zug die Prognosen nach unten angepasst. Die angepeilten 0,94 Dollar je Aktie können wohl nicht mehr erreicht werden.

Neuer Chef, alte Krise

Doch es bleibt nicht nur bei der Gewinnwarnung. Auch in der Führungsetage tut sich was. John Flannery, Vorstandschef bei GE, muss den Chefsessel räumen. Neuer CEO und Chairman werde mit sofortiger Wirkung Lawrence Culp, teilte der Industriekonzern heute mit.

Die Meldung kommt überraschend, denn Flannery ist erst seit August 2017 im Amt. Nun soll Culp das Unternehmen profitabler machen. Reduzieren auf das Wesentliche ist hierbei die Zauberformel. GE kündigte bereits im Juni den Ausstieg aus dem Gesundheits-, Öl- und Gassektor an. Auch Teile des Digitalgeschäfts sollen verkauft werden. Der Fokus solle im Luftfahrt- und Energiegeschäft liegen, teilte Flannery mit.

Culp gibt sich erwartungsgemäß optimistisch. Für ihn bleibe GE fundamental ein starker Konzern. Jetzt müsse die Bilanz gestärkt und die Verschuldung reduziert werden.

Ab durch die Decke

An der Börse kam der Führungswechsel trotz der Gewinnwarnung äußerst positiv an. Die GE-Aktie schießt um 15 Prozent und kratzt an der 90-Tage-Linie bei 11,22 Euro.

DER AKTIONÄR rät Anlegern trotzdem abzuwarten, ob GE die 11-Euro-Marke nachhaltig überwinden kann. Erst ein Bruch der 200-Tage-Linie bei 11,90 Euro würde ein Kaufsignal liefern. Der erste Schritt ist zwar gemacht, ein erster Positiv-Impuls vorhanden. Für eine nachhaltige Trendwende ist es aber noch zu früh. Culp muss jetzt erst zeigen, ob er GE wieder in die Erfolgsspur bringt.