Twitter: 35% Turbo für AKTIONÄR-Leser – und jetzt?
Foto: Börsenmedien AG
18.07.2014 Thorsten Küfner

Gazprom: Jetzt noch aussteigen?

-%
DAX

Die Tragödie um das abgeschossene Passagierflugzeug über ukrainischem Staatsgebiet könnte den Konflikt zwischen Russland und dem Westen weiter anheizen. Und das belastet auch natürlich die Aktienkurse der russischen Unternehmen. Die Gazprom-Titel haben in dieser Woche bereits deutlich an Wert verloren. Zwar ist für einen Teil des Kursrückgangs der Dividendenabschlag von Dienstag verantwortlich, der Rest geht allerdings vor allem auf die anhaltenden politischen Spannungen zurück. Viele Anleger dürften sich nun fragen: Soll ich jetzt aussteigen?

KGV von 2,7

Mutige Anleger, die ohnehin als einzige bei der Gazprom-Aktie einsteigen sollten, können diese Frage weiterhin verneinen. Auch wenn die Krise in der Ukraine und die damit einhergehenden Spannungen zwischen Russland und dem Westen noch über Monate oder im schlimmsten Fall sogar Jahre anhalten könnte, sollte der Wert eines Unternehmens stets auch an der Profitabilität gemessen werden. Und hier stimmt die Relation bei Gazprom absolut nicht mehr. Denn schließlich beläuft sich das KGV für das laufende Jahr auf gerade einmal 2,7. Einem Börsenwert von 93 Milliarden Dollar steht ein von Analysten auf 33,8 Milliarden Dollar geschätzter Nettogewinn gegenüber. Da Gazprom auch weit unter dem ausgewiesenen Eigenkapital notiert, muss es eigentlich in den kommenden Jahren zu einer umfassenden Neubewertung kommen.

Weiterhin nur für Mutige geeignet

Die letzten Tage haben erneut bewiesen: Die Gazprom-Aktie bleibt ausnahmslos für mutige Anleger mit einem langen Atem geeignet. Wer ausreichend Mut und Zeit mitbringt, sollte jedoch belohnt werden. Der Stopp sollte weiter bei 4,70 Euro belassen werden.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
DAX - Pkt.
Gazprom - €

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.
Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 496
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-852-7