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GameStop mit Übernahme‑Hammer: Schnappt sich Cohen jetzt eBay?

GameStop mit Übernahme‑Hammer: Schnappt sich Cohen jetzt eBay?
Foto: Chat-GPT
EBay Inc. -%
Jan-Paul Fóri Heute, 08:28 Jan-Paul Fóri

Paukenschlag im Onlinehandel: Der Videospiel-Händler GameStop schickt sich offenbar an, den E-Commerce-Riesen eBay zu schlucken. Die Nachricht schlug am Freitagabend ein wie eine Bombe und ließ die Kurse an der Wall Street nachbörslich zweistellig nach oben schießen. Doch kann der Deal überhaupt gelingen?

Es klingt zunächst wie ein schlechter Scherz: Der „kleine“ Einzelhändler GameStop (Marktkapitalisierung rund 12 Milliarden Dollar) will den Giganten eBay (Marktkapitalisierung rund 46 Milliarden Dollar) übernehmen. Doch laut Berichten des Wall Street Journal meint GameStop-CEO Ryan Cohen es ernst. Der Mann, der bereits den Online-Tierbedarfshändler Chewy zum Erfolg führte, bläst nun zur Attacke auf Amazon.

Das Angebot: 56 Milliarden Dollar

Cohen bietet laut Insidern 125 Dollar pro eBay-Aktie – ein Aufschlag von rund 20 Prozent zum letzten Schlusskurs. Insgesamt bewertet das Angebot die Handelsplattform mit rund 55,5 Milliarden Dollar. Finanziert werden soll der Deal durch eine Mischung aus Cash und Aktien. Doch die Finanzierung ist das große Fragezeichen: Bisher steht lediglich eine Kreditzusage über 20 Milliarden Dollar im Raum. Der Rest müsste wohl über eine massive Ausgabe neuer Aktien gestemmt werden – was die Altaktionäre verwässern würde.

GameStop hält bereits einen Anteil von fünf Prozent an eBay. Sollte der Vorstand von eBay nicht gesprächsbereit sein, droht Cohen damit, sich direkt an die Aktionäre zu wenden – eine feindliche Übernahme steht im Raum.

Strategischer Geniestreich oder Größenwahn?

Warum ausgerechnet eBay? Letztlich liefern sich beide Unternehmen ein direktes Duell um dieselbe Zielgruppe, denn Kunden finden sowohl neue Konsolen als auch gebrauchte Spieleklassiker bei beiden Anbietern. Während GameStop im Zuge des digitalen Wandels Filialen schließt und die verbleibenden Standorte gezielt zu Erlebnisflächen für Sammlerstücke und Retro-Gaming umbaut, setzt eBay unter CEO Jamie Iannone auf die konsequente Weiterentwicklung seines Marktplatzmodells. 

Mit Fokus auf Kategorien wie Sammelkarten und Gaming-Hardware bietet eBay eine enorme Auswahl und Tiefe, die stationäre Händler kaum erreichen können. Die Schnittmenge ist entsprechend groß, zumal viele Kunden heute nicht mehr strikt zwischen „neu“ und „gebraucht“ unterscheiden, sondern dort kaufen, wo Auswahl, Vertrauen und Preis stimmen. Genau hier gewinnt eBay zunehmend an Boden und macht GameStop im margenstarken Nischensegment spürbar Konkurrenz.

Michael Burry mit an Bord

Auf der US-Plattform Substack kommentierte die „The Big Short“-Legende Michael Burry: „Ich zweifle nicht an Ryan. Wenn er das macht, sieht er vermutlich Chancen, die leicht zugänglich sind, auch wenn sie von außen schwer erkennbar sind. Dennoch bleibt das Umsetzungsrisiko hoch, während das Potenzial bei einer erfolgreichen Umsetzung mit eBay enorm wäre.“

Der US-Investor ist bereits seit Januar wieder bei Gamestop investiert. Zuletzt hatte Burry gegen Ende April zu einem Kurs bei 25,56 Dollar weitere Gamestop-Aktien zugekauft. Damit profitiert er direkt von der Ankündigung und dem daraus resultierenden Kurssprung. 

GameStop (WKN: A0HGDX)

An der Börse sorgte die Nachricht dennoch sofort für Euphorie. Die eBay-Aktie sprang am Freitagabend nachbörslich um bis zu 15 Prozent nach oben, GameStop kletterte zeitweise um neun Prozent. In den einschlägigen Reddit-Foren wie r/wallstreetbets kocht die Stimmung bereits wieder hoch. Analysten erinnern sich an den legendären Short Squeeze von 2021. Mit einem Short-Interest von aktuell rund 15 Prozent bei GameStop ist weniger Kaufdruck als damals vorhanden, doch für deutliche Kursgewinne reicht es. 

Sollte der Deal gelingen wäre dies für GameStop ein Befreiungsschlag. Während GameStop keine laufende Empfehlung ist, sieht dies beim Objekt der Begierde ganz anders aus: Die Ebay-Aktie steht bereits seit Ausgabe 40/24 auf der Empfehlungsliste. Seither hat das Papier rund 70 Prozent zugelegt. Wie gut die langfristige Kursentwicklung des Online-Aktionshauses bisher gewesen ist, wurde erst kürzlich in Ausgabe 18/26 „Chip, Chip, hurra!“ wieder beleuchtet. Anleger lassen bei Ebay die Gewinne laufen. 

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