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Fed lässt Zinsen unverändert – Powells Zukunft wird zum neuen Risiko – „Geruch von Stagflation“

Fed lässt Zinsen unverändert – Powells Zukunft wird zum neuen Risiko – „Geruch von Stagflation“
Foto: Mark Schiefelbein/ ASSOCIATED PRESS/picture alliance/dpa
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Lars Friedrich Heute, 20:01 Lars Friedrich

Die US-Notenbank hat geliefert. Und zwar genau das, womit der Markt praktisch fest gerechnet hatte. Die Zinsen bleiben unverändert. Die Wahrscheinlichkeit dafür lag im Vorfeld bei nahezu 100 Prozent. Die eigentliche Entscheidung fällt erst jetzt: Wie positioniert sich die Fed für die kommenden Monate – und wie reagiert der Markt auf den Ton aus Washington?

Die Fed belässt den Leitzins in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Es ist die dritte Sitzung in Folge ohne Anpassung.

Die Rahmenbedingungen haben sich verschoben. Die Inflation bleibt hartnäckig. Gleichzeitig steigen die langfristigen Inflationserwartungen wieder an. Am Terminmarkt wird inzwischen sogar wieder über mögliche Zinserhöhungen diskutiert.

Ein Treiber: der Ölmarkt. Die Eskalation im Konflikt mit dem Iran und die drohende Blockade der Straße von Hormus treiben die Preise. Das erhöht den Druck auf die Notenbank. Denn steigende Energiepreise könnten die Inflation länger oben halten.

Powell vor unklarer Zukunft

Zusätzliche Brisanz liefert die Personalfrage. Offiziell endet Jerome Powells Amtszeit als Fed-Chef (Foto oben) am 15. Mai. Doch damit ist seine Rolle nicht zwingend beendet. Er könnte im Board der Notenbank bleiben – und damit weiter Einfluss ausüben.

Laut Daten von Prognoseplattformen liegt die Wahrscheinlichkeit, dass Powell kurzfristig im Amt bleibt, deutlich über null. Gleichzeitig erwarten viele Beobachter einen Rückzug noch im Laufe des Jahres.

Heißt: Selbst nach der heutigen Sitzung bleibt offen, wer die Fed tatsächlich steuert – und wie konsistent die Geldpolitik in den kommenden Monaten sein wird.

Warsh steht bereit

Parallel rückt Kevin Warsh näher an die Spitze der Notenbank. Seine Nominierung hat heute eine wichtige Hürde im Senat genommen. Die finale Bestätigung gilt als wahrscheinlich.

Warsh steht für einen möglichen Kurswechsel. Er will die Bilanz der Fed verkleinern und die Strategie anpassen. Gleichzeitig dürfte er politischem Druck ausgesetzt sein.

Senatorin Elizabeth Warren (Demokraten) warnt bereits: „Der Geruch von Stagflation liegt in der Luft.“

Die Zinsentscheidung selbst war Formsache. Jetzt geht es um den Ausblick. Bleibt die Fed wegen Inflation und Ölpreis-Schock vorsichtig, dürfte das die Märkte bremsen. Öffnet sie die Tür für Lockerungen, könnte das für Entlastung sorgen.

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