16.10.2019 Nicola Hahn

Facebook: Weitere Investoren springen ab – Zuversicht bleibt

-%
Facebook
Trendthema

Gleich mehrere Unterstützer der Facebook-Kryptowährung Libra hatten diese Woche ihren Rückzug aus dem Projekt angekündigt. Darunter unter anderem die Zahlungsdienstleister Visa und Mastercard sowie Ebay und Stripe. Am Montag war zudem Booking Holdings abgesprungen. Der zuständige Manager von Libra ist jedoch weiterhin zuversichtlich.

„Natürlich wäre es schöner gewesen, wenn wir all diese großartigen Firmen mit an Bord gehabt hätten“, so Marcus in einem Interview mit dem Nachrichtensender CNBC. Aber er könne es nachvollziehen, wenn diese ihre Anteilseigner respektieren würden, die Libra skeptisch gegenüberständen. Stattdessen verwies er auf den Fortschritt, den das Projekt macht.

Am Montag hatten sich unter anderem Vertreter von Spotify, Uber und Lyft in Genf getroffen, um eine gemeinsame Organisationsstruktur zu besprechen.

Die Euphorie um Libra ist schon seit längerem verflogen. Stattdessen drängen sich immer mehr Bedenken auf. Der Ausstieg einiger Unternehmen wie Mastercard und Visa zeigt, dass die Skepsis nach wie vor hoch ist.

Viel höher im Kurs der Anleger sollten jedoch aktuell die übrigen Geschäftsbereiche wie Instagram stehen. Auch die Frage nach der Monetarisierung von Whatsapp ist nach wie vor ungeklärt. Im Zuge der Regulierungsdebatte hatte die Facebook-Aktie stark Federn lassen müssen. Die Entspannung im Handelsstreit hatte der Aktie wieder etwas Rückenwind gegeben, sodass in der vergangenen Woche auch die 90-Tage-Linie zurückerobert werden konnte. Anleger bleiben an Bord. 

Facebook (WKN: A1JWVX)

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Facebook.

Buchtipp: Die Facebook-Gefahr

Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

Autoren: McNamee, Roger
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 21.11.2019
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-662-2