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EZB: Zinserhöhung verkündet – das hat Lagarde gesagt

EZB: Zinserhöhung verkündet – das hat Lagarde gesagt
Foto: POOL/REUTERS
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Jan-Paul Fóri Heute, 14:15 Jan-Paul Fóri

Die EZB hat die Leitzinsen in der Eurozone am Donnerstag wie erwartet erhöht. Dadurch steigt der Einlagensatz von 2,0 auf 2,25 Prozent. Ziel der Zinserhöhung seitens der Europäischen Zentralbank ist es, die infolge des Iran-Kriegs gestiegene Inflation einzudämmen. Während der Zinsschritt vom Markt im Vorfeld bereits eingepreist wurde, Blicken die Anleger nun auf Lagardes Rede. 

• Die EZB hat die Zinsen wie erwartet um 25 Basispunkte angehoben.
• Der Einlagensatz kletterte dadurch von 2,00 auf 2,25 Prozent.
• Es war die erste Zinserhöhung seit drei Jahren.

Der DAX reagierte zunächst nicht auf den Zinsentscheid, da dieser exakt wie erwartet ausfiel. Dann rauschte das Börsenbarometer aber doch noch um rund 100 Punkte in die Tiefe. 

DAX (WKN: 846900)

Um 14:45 wird die EZB-Chefin wie gewohnt eine Rede darüber halten, warum sich die Währungshüter für die Zinsanhebung entschieden haben. Dann dürfte sich auch zeigen, ob die nun verkündete erste Zinserhöhung seit drei Jahren nur das Startsignal für eine Serie weiterer Zinsschritte war oder vorerst eine einmalige Entscheidung.

Doch schon im Vorfeld ist klar: Für den Aktien- und Immobilienmarkt sind die Zinserhöhungen Gift. Wegen bereits steigender Anleiherenditen haben sich unter anderem Immobilienkredite bereits im Vorfeld verteuert. Zudem werden Aktien aufgrund des Volatilitätsrisikos gegenüber Festgeldanlagen unattraktiver, wenn die Zinsen steigen.

Inflationsrate sorgt für Handlungsdruck

Im Augenblick ist der größte Feind der EZB die hohe Teuerungsrate. Lag die Inflation in der Eurozone zum Jahresanfang noch bei 1,7 Prozent, waren es im März 3,2 Prozent. Damit steigen die Preise deutlich schneller als das angepeilte Ziel von zwei Prozent erlaubt. Einer der größten Kostentreiber sind die hohen Energiepreise. Gemessen an historischen Standards ist dieser Schock sehr groß“, beurteilte EZB-Direktoriums-Mitglied Isabel Schnabel die Lage an den Rohstoffmärkten jüngst. 

Durch den nun erfolgten Zinsschritt hofft die EZB, die Inflation wieder einzudämmen. Bereits im Vorfeld hatte EZB-Präsidentin Christine Lagarde das Handeln der Notenbank mit den Worten verteidigt: „Die Glaubwürdigkeit der EZB steht an oberster Stelle.“ Trotzdem dürfte die Inflation 2026 im Schnitt bei drei Prozent und damit über der 2-Prozent-Marke liegen, wie aus den neusten Schätzungen der Währungshüter hervorgeht.

Das hat Lagarde gesagt

Update: In ihrer Rede sagte die EZB-Chefin: „Der EZB-Rat ist entschlossen, die Geldpolitik so auszurichten, dass sich die Inflation mittelfristig bei unserem Zielwert von zwei Prozent stabilisiert. Im Einklang mit diesem Ziel haben wir heute beschlossen, die drei Leitzinsen der EZB um 25 Basispunkte anzuheben. Der Krieg im Nahen Osten erzeugt Inflationsdruck, und die Entscheidung zur Zinserhöhung erweist sich über eine Vielzahl von Szenarien hinweg als robust, die die mögliche Entwicklung dieses Schocks und dessen Auswirkungen auf den mittelfristigen Ausblick für den Euroraum abbilden.“ 

Geldpolitik bestätigt

Gleichzeitig betonte Lagarde, dass sie an ihrem Kurs festhalten und sich alle Optionen offenhalten werde. „Mit der heutigen Entscheidung bleiben wir gut aufgestellt, um die durch den Krieg verursachte Unsicherheit zu bewältigen. Wir werden die Situation genau beobachten und bei der Festlegung des angemessenen geldpolitischen Kurses datenabhängig und von Sitzung zu Sitzung vorgehen. Unsere Zinsentscheidungen werden insbesondere auf unserer Einschätzung der Inflationsaussichten und der damit verbundenen Risiken beruhen, unter Berücksichtigung der eingehenden Wirtschafts- und Finanzdaten sowie der Dynamik der zugrunde liegenden Inflation und der Stärke der geldpolitischen Transmission. Wir legen uns nicht im Voraus auf einen bestimmten Zinspfad fest“, sagte Lagarde.

Die EZB legt sich weiterhin nicht auf einen konkreten Kurs bei der zukünftigen Entwicklung fest, sondern entscheidet weiterhin Daten abhängig. Genau diese Ungewissheit kommt an der Börse nicht gut an. Wenn die EZB sich nicht festlegt, fehlt dem Markt der Kompass, stattdessen dürfte die Volatilität hoch bleiben. Mit dem Newsletter DER AKTIONÄR Daily bleiben Anleger über die weitere Entwicklung der europäischen Geldpolitik stets auf dem neuesten Stand.

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