14.12.2016 Andreas Deutsch

Experte warnt: Alles nur ein Strohfeuer an der Börse?

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Seitdem klar ist, dass Donald Trump US-Präsident wird, ist der Dow Jones nicht zu stoppen. Doch die Zahl der Mahner wird größer. Jetzt hat auch Top-Ökonom Barry Eichengreen skeptische Töne angestimmt.

„Die könnten in einem Monat aufwachen und feststellen, dass sie die falschen Hoffnungen hatten“, so Eichengreen in einem Interview mit der Welt. „Die ganze Trump-Rallye könnte schnell wieder in sich zusammenfallen.“

Eichengreen glaubt, dass die Märkte viel zu viel vorweggenommen haben. Wie es weitergeht, hängt laut dem Experten maßgeblich von der Zinspolitik der Fed ab. „Sollten die Währungshüter jetzt überstürzt die Zinsen anheben, könnte die US-Devise im Wert weiter steigen. Aber das wäre verrückt. Die US-Wirtschaft ist nicht stark genug, um markant höhere Zinsen zu ertragen.“

Ein wahres Chaos könnte der Zerfall des Euro auslösen. „Alle Welt würde in Erwartung einer Abwertung Italiens die Staatsanleihen des Landes verkaufen. Es käme zum einem Ansturm auf die Banken. Und bei Italien würde es nicht enden. Die Akteure würden sich dann auch auf Spanien oder Portugal stürzen.“ Ganze Länder könnten ins Elend stürzen.

Vor Eichengreen hatte sich schon Marc Faber sehr pessimistisch für 2017 geäußert. „Nach dem starken Anstieg von US-Aktien und US-Dollar erwarte ich für 2017 einen deutlichen Rücksetzer“, warnt Faber in einem Gastbeitrag für den AKTIONÄR. „Es fällt bereits jetzt auf, dass viele Aktien neue 12-Monats-Tiefs erreicht haben, obwohl der Markt weiter ansteigt. Für mich ist das ein eindeutiges Zeichen.“

Wie Hans A. Bernecker, Max Otte, Hendrik Leber, Robert Halver die Perspektiven für 2017 einschätzen, lesen Sie im neuen AKTIONÄR.