Die Comebacks nach Corona
18.01.2021 Marion Schlegel

Evotec: Starkes Umfeld für die deutsche Biotech-Branche – Aktie gibt wieder Gas

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Evotec

Noch nie zuvor ist so viel Geld in die deutsche Biotechnologie-Branche geflossen wie im vergangenen Jahr. Mehr als drei Milliarden Euro sammelte die Biotech-Industrie über Kapitalerhöhungen, die Börse oder Finanzinvestoren im ersten Jahr der Corona-Krise ein, wie der Branchenverband, die Biotechnologie-Industrie-Organisation (Bio Deutschland), am Donnerstag mitteilte.

Evotec (WKN: 566480)

Das war demnach mehr als drei Mal so viel Geld wie 2019 und mehr als doppelt so viel wie 2018. Allerdings gingen rund die Hälfte dieser Finanzmittel im vergangenen Jahr ausschließlich an BioNTech und CureVac, die rund 1,5 Milliarden Euro einsammelten. 300 Millionen Euro davon stammen aus Beteiligungen des Bundes an beiden Unternehmen.

Viola Bronsema, Geschäftsführerin von BIO Deutschland, zeigt sich zufrieden: "Die SARS-CoV-2-Pandemie hat die Wahrnehmung und Wertschätzung unserer Branche in Politik und Öffentlichkeit schlagartig stark erhöht.“

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Auch Werner Lanthaler, Vorstandsvorsitzender der im MDAX notierten Biotechgesellschaft Evotec, zeigte sich vor Kurzem zuversichtlich zur Entwicklung in der Branche: „2021 wird ein ganz entscheidendes Jahr, für Evotec, für die Healthcare-Branche – und für die Welt. Wir haben in der Covid-19-Pandemie eine neue Art der Zusammenarbeit praktiziert, indem eigentlich konkurrierende Pharma- und Biotechunternehmen ihre Daten geteilt haben, um einer globalen Herausforderung wie Covid-19 zu begegnen – mit Erfolg: Der Prozess von der frühen Erforschung einer Krankheit, über die Entdeckung und Entwicklung möglicher Wirk- und Impfstoffe und ihre klinische Erprobung, bis hin zur Zulassung und Produktion dauert normalerweise 10 bis 15 Jahre. Dass wir durch die neue Art der Zusammenarbeit diesen ganzen Prozess auf ein Jahr verkürzen konnten, ist ein grandioser Erfolg unserer Branche. Jetzt geht es darum, diese neue Art der partnerschaftlichen Forschung und Entwicklung aus Corona in andere Bereiche mit großem medizinischen Bedarf zu übertragen. Evotec kommt dabei eine entscheidende Rolle zu, denn wir sind eine zentrale Schnittstelle für diese globale Zusammenarbeit. Mit unserem Angebot, das sowohl technologisch absolut führend ist, aber auch die nötige Kapazität hat, ermöglichen wir einem großen Netzwerk internationaler Partner ihre Projektentwicklung schnell und effizient voranzutreiben.“

Nachdem die Aktie von Evotec zuletzt eine kurze Verschnaufpause eingelegt hatte, gibt sie zum Wochenstart wieder ordentlich Gas. Gut 1,5 Prozent geht es nach oben auf 29,65 Euro. Damit nähert sich das Papier auch wieder der wichtigen 30-Euro-Marke. Gewinne laufen lassen!

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.
Die Autorin hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Evotec.

(Mit Material von dpa-AFX)