Der Hamburger Wirkstoffforscher Evotec hat bereits am Dienstag mit Eckdaten für das vergangene Geschäftsjahr 2025 sowie einem Ausblick auf 2026 und der Ankündigung weiterer Sparmaßnahmen für eine herbe Enttäuschung gesorgt. Anleger straften den SDAX-Wert regelrecht ab. Die Folge: der tiefste Stand seit etwa einer Dekade.
Am Mittwoch wird der deutsche Nebenwert weiter durchgereicht. Auf der Handelsplattform Tradegate markiert der Biotech-Titel bei 4,35 Euro ein frisches Mehrjahrestief. Anleger sorgen sich vor allem um die kurzfristige Profitabilität. 2026 sollen bei Umsätzen zwischen 700 und 780 Millionen Euro beim EBITDA nur zwischen null und 40 Millionen Euro in den Büchern stehen. Die Analystenprognose lag hingegen bei gut 80 Millionen Euro.
Evotec will allerdings 2028 eine EBITDA-Marge von 20 Prozent ausweisen können. Bei einem Umsatz von 700 Millionen Euro würde dies ein EBITDA von 140 Millionen Euro bedeuten. Das wäre allerdings konservativ gerechnet, denn Evotec-Chef Christian Wojczewski peilt bis 2030 Erlöse von mehr als eine Milliarde Euro an.
Maßgeblich soll nun ein umfangreiches Maßnahmenprogramm dazu beitragen, die Kosten im Konzernverbund weiter zu drücken. In den vergangenen zwei Jahren hat Evotec bereits die Anzahl seiner Standorte um fünf auf 14 reduziert und etwa 400 Stellen abgebaut.
Die Hamburger hatten in den zurückliegenden Jahren bereits mit einigen Problemen zu kämpfen. Evotec wurde Opfer einer schweren Cyberattacke. Zudem sorgte der Abgang des langjährigen CEO Dr. Werner Lanthaler nach zu spät gemeldeten Insidertransaktionen für Unruhe.
Der Chartverlauf der Evotec-Aktie in den letzten drei Jahren spricht Bände. Es wird dauern, bis die Hansestädter das Vertrauen des Kapitalmarktes zurückgewinnen können. Anleger sollten eine klare (charttechnische) Trendwende abwarten.
Heute, 15:33