Die Anleger reagierten am Dienstagmorgen zunächst unsicher auf die jüngsten Nachrichten von Evotec. Nachdem die Aktie zunächst noch in der Nähe ihres Vortagesschluss gehandelt wurde, rutschte sie zuletzt deutlich ab. Gut zehn Prozent geht es nach unten auf 4,71 Euro und damit auf ein neues Mehrjahrestief.
Für Enttäuschung sorgte vor allem der Ausblick für das Jahr 2026. Marktteilnehmer bemängelten, dass selbst das obere Ende der Umsatzprognose deutlich unter den bisherigen Analystenschätzungen liegt. Positiv bewertet wird allerdings die Aussicht auf eine Verbesserung der Margen.
Gleichzeitig treibt der Wirkstoffforscher seinen Konzernumbau weiter voran. Mit dem neuen Programm „Horizon“ will Evotec die Strukturen verschlanken und die Grundlage für nachhaltiges Wachstum schaffen. Ein zentraler Bestandteil ist der Aufbau sogenannter Exzellenzzentren, in denen zentrale Kompetenzen gebündelt werden sollen.
Im Zuge der Neuaufstellung plant das Unternehmen auch weitere Einschnitte. Innerhalb der kommenden zwei Jahre soll die Zahl der Standorte auf zehn sinken. Zudem könnten bis zu 800 Stellen gestrichen werden – das entspricht knapp einem Fünftel der Belegschaft. Das Programm soll bis Ende 2027 umgesetzt sein und jährliche Einsparungen von rund 75 Millionen Euro bringen.
Langfristig setzt Evotec wieder auf Wachstum. Bis 2030 soll der Umsatz auf mehr als eine Milliarde Euro steigen. Die bereinigte Ebitda-Marge soll 2028 bei 20 Prozent liegen und bis 2030 weiter zulegen. 2026 sieht der Konzern dagegen als Übergangsjahr mit einem Umsatz von 700 bis 780 Millionen Euro und einem bereinigten Ebitda zwischen null und 40 Millionen Euro.
Evotec hat weiter zu kämpfen. Charttechnisch ist die Aktie insbesondere nach dem heutigen Kursrutsch klar angeschlagen. Anleger warten eine klare Trendwende ab.
Heute, 09:37