Equinor, Cheniere & Co: Gaspreise im Höhenflug

Equinor, Cheniere & Co: Gaspreise im Höhenflug
Foto: Royalagzette.com
Equinor ASA -%
Thorsten Küfner Heute, 07:03 Thorsten Küfner

Die Gaspreise in Europa sind im gestrigen Handel weiter nach oben geschossen. So kletterte der Preis für eine Megawattstunde Erdgas zur Lieferung im April zwischenzeitlich auf über 65 Euro. Dies ist der höchste Stand seit mehr als drei Jahren. Am Freitag lag er noch bei knapp 32 Euro, aktuell müssen rund 53 Euro auf den Tisch gelegt werden.

Diese Entwicklung sorgt natürlich bei Gasproduzenten für klingelnde Kassen. Dementsprechend sind die Kurse von Energieriesen wie etwa Equinor, Shell oder Cheniere zuletzt kräftig angesprungen. Der starke Anstieg der Gaspreise nach dem Ausbruch des Konflikts mit dem Iran wird zusätzlich durch die ungewöhnlich niedrigen Gasreserven in Europa verstärkt. Die geringen Füllstände der Speicher erhöhen die Sorge vor möglichen Versorgungsengpässen.

Nach einem besonders kalten Winter lagen die europäischen Gasspeicher Anfang März auf einem sehr niedrigen Niveau. Laut Daten des Branchenverbands Gas Infrastructure Europe waren die Speicher in der EU am 1. März nur noch zu rund 30 Prozent gefüllt. Damit lagen die Vorräte deutlich unter dem Wert von knapp 40 Prozent, der etwa zur gleichen Zeit im Vorjahr erreicht wurde. Im langjährigen Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre betrug der Füllstand zu diesem Zeitpunkt sogar gut 48 Prozent.

Auch in einzelnen Ländern zeigen sich teils sehr niedrige Reserven. In Deutschland waren die Speicher zuletzt zu 20,8 Prozent gefüllt. Italien kam auf 47,6 Prozent, Frankreich auf 21,7 Prozent und die Niederlande lediglich auf 10,6 Prozent. 

Branchenvertreter verweisen darauf, dass sich die Speicher in mehreren Ländern schneller entleert haben als ursprünglich erwartet. Besonders betroffen seien unter anderem Deutschland und die Niederlande gewesen. 

Und nun sorgt der Krieg im Nahen Osten für neue Unsicherheit. Experten der UBS weisen darauf hin, dass rund 20 Prozent der weltweiten LNG-Exporte – vor allem aus Katar – über die Straße von Hormus transportiert werden. Seit Beginn der Woche sind LNG-Lieferungen aus Katar vorerst gestoppt worden. Gleichzeitig ist der Schiffsverkehr in dem strategisch wichtigen Seeweg stark eingeschränkt.

Weitere Nervosität löste zudem ein Drohnenangriff aus, der zur Schließung der großen saudischen Raffinerie in Ras Tanura führte. Dadurch haben sich die Sorgen über mögliche Störungen der globalen Energieversorgung zusätzlich verstärkt.

Wie stark sich die aktuelle Lage auf die Energiepreise auswirkt, hängt vor allem davon ab, wie lange die Spannungen rund um die Straße von Hormus anhalten. Da ein Großteil der betroffenen LNG-Lieferungen eigentlich für asiatische Märkte bestimmt ist, reagieren die Gaspreise in Asien derzeit stärker als in Europa.

Für etwas Entlastung am Rohstoffmarkt sorgte indes gestern die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus absichern zu wollen. So erklärte er auf seiner Plattform Truth Social: "Falls erforderlich, wird die US-Marine so bald wie möglich damit beginnen, Tanker durch die Straße von Hormus zu eskortieren." Außerdem soll die Behörde für Entwicklungsfinanzierung DFC angewiesen worden sein, Risikoversicherungen und Garantien für in dieser Region tätige Schiffe anzubieten. Seine Ankündigungen dämpften den Anstieg der Ölpreise. 

Equinor (WKN: 675213)

Die Lage am Gasmarkt könnte sich weiter zuspitzen, sollte die Straße von Hormus nicht relativ zeitnah wieder genutzt werden können. Die Aktien von Equinor, Shell und Cheniere bleiben vor diesem Hintergrund attraktiv. Ganz wichtig: Stoppkurse bei 19,50 Euro (Equinor), 27,00 Euro (Shell) sowie 165,00 Euro (Cheniere) sichern die Positionen nach unten ab. 

Cheniere Energy (WKN: 580884)

Enthält Material von dpa-AFX

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