10.08.2009 Alfred Maydorn

Elektroauto-Milliarden: Gewinner-Aktie für 0,19 Euro

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Der wohl größte Gewinner der Milliarden-Subventionen von Präsident Obama für die Entwicklung von Elektroautos ist mit Ecotality ein Hersteller von Ladestationen. Die zugebilligten 100 Millionen Dollar übersteigen den Börsenwert bei weitem. Die Aktie notiert trotz eines kräftigen Anstiegs bei lediglich 0,24 Dollar.

Bei Ecotality dürften am vergangenen Mittwoch die Sektkorken geknallt haben. Von den 2,4 Milliarden Dollar, die Präsident Obama in die Entwicklung von Elektroautos investieren will, erhält das kleine Unternehmen aus Arizona exakt 99,8 Millionen Dollar. Der Aktienkurs schoss daraufhin um 170 Prozent nach oben und schloss bei 0,31 Dollar. An den beiden folgenden Tagen korrigierte der Titel leicht und beendete die Woche mit 0,24 Dollar. Auf dem aktuellen Niveau beläuft sich der Börsenwert von Ecotality auf 39 Millionen Dollar, also auf weniger als die Hälfte der bewilligten Zuschüsse.

Schnelle Ladung mit Partner Nissan

Die staatlichen Gelder erhält die Ecotality-Tochter "eTec", die im November 2007 übernommen wurde. eTec hat eine Technologie entwickelt, mit der sich elektrisch betriebene Fahrzeuge in rund 15 Minuten wieder aufladen lassen. Zusammen mit dem japanischen Automobilkonzern Nissan ist geplant, 12.750 Ladestationen in fünf US-Bundesstaaten zu installieren. "Betankt" werden soll dort zunächst der Nissan Leaf (siehe Bild oben), ein vor kurzem vorgestellter Elektro-Kompaktwagen, der bereits im kommenden Jahr in Serie gehen soll.

Auf Expansionskurs

In einem Interview mit dem US-Fernsehsender FOX Business lies Ecotality-Chef Jonathan Read wissen, dass er weitergehende Pläne hat: "Wir arbeiten mit Nissan zusammen, aber unsere Infrastruktur wird sich auch von jedem anderen Elektrofahrzeug nutzen lassen. Wir wissen, dass GM, Chrysler und Ford und viele weitere Hersteller Elektroautos auf den Markt bringen wollen." Schon heute hat die Ecotality-Tochter eTec neben Nissan 40 weitere Partner, darunter die großen Automobilkonzerne Daimler, Ford, General Motors oder Toyota. Die Pläne sind entsprechend ambitioniert. Derzeit arbeiten 20 Angestellte bei eTec, das Management geht aber davon aus, dass die flächendeckende Installation der Ladestationen bis zum Jahr 2012 rund 750 neue Jobs schaffen wird, bis 2017 sollen es sogar 5.500 werden.

Heftige Schwankungen

Die Kombination aus niedriger Bewertung, hohen Fördegeldern und den zahlreichen namhaften Partnern machen ein Investment in Ecotality hochinteressant. Allerdings müssen Anleger auch zukünftig mit großen Kursschwankungen leben. Zu berücksichtigen ist überdies, dass die Aktie in den USA nur im Freiverkehr notiert und schon allein deswegen als sehr spekulativ einzuschätzen ist.

Trotz des kräftigen Anstiegs ist die Aktie von ihren Höchstkursen weit entfernt. Im Jahr 2007 notierte das Papier sogar schon einmal bei über 2,00 Dollar. Anfang 2009 fiel der Kurs dann unter 0,05 Dollar.

Augen auf beim Aktienkauf

In Deutschland wird das Papier nur an der Börse in Berlin gehandelt. Hier kam es aufgrund sehr geringer Umsätze in der letzten Woche zu kräftigen Übertreibungen. Am Donnerstag wurden zeitweise über 0,60 Euro für eine Ecotality-Aktie bezahlt, was einem Aufschlag gegenüber dem US-Kurs von über 150 Prozent (!) entsprach. Anleger sollten nur limitiert ordern und sich an den US-Kursen orientieren. Der letzte Kurs am Freitag wurde mit 0,24 Dollar festgestellt, was in etwa 0,17 Euro entspricht. In Berlin kostet ein Anteilschein derzeit 0,19 Euro.