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07.04.2017 Florian Söllner

Elektroauto -Boom – will Samsung mehr?

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Jedes Kind weiß: Ferngesteuerte Autos flitzen am besten per Batterie-Power durch das Wohnzimmer. Auch neue Drohnen heben natürlich mit kleinen, simplen Elektromotoren ab – kein komplizierter, schwerer Verbrennungsmotor muss hier mit Benzin betankt werden. Das Erstaunliche: Dennoch steckt in 99,9 Prozent aller Autos noch immer die alte Technologie. Doch dies wird sich nun mit der Geschwindigkeit eines Stromschlages ändern: Denn spätestens 2020 ist das saubere, dynamischere, leisere Elektroauto günstiger als vergleichbare Verbrenner. BMW verweist schon jetzt auf Wachstumsraten beim Absatz seiner Elektroautos wie den i3 von 100 Prozent. 2016 hatten zwar nur 2,6 Prozent aller BMWs eine Steckdose – doch die Bayern sagten jetzt am 21. März: 2025 sollen bis zu 20 Prozent aller verkauften BMWs einen Stecker haben. Ein vollelektrischer MINI kommt etwa im Jahr 2019. Ein vollelek­trischer BMW X3 folgt im Jahr 2020.

Exklusiver Lieferant für die Zellen für den i3 oder i8 ist schon jetzt Samsung SDI. BMW verbaut nicht wie Tesla aus dem Laptop bewährte Rundzellen, sondern neu entwickelte prismatische Zellen. Diese sind noch teurer, sollen jedoch sicherer sein. Gegenüber dem aktionär äußerte BMW zuletzt Ende 2016 hohe Zufriedenheit, was seinen Partner Samsung SDI angeht. Jetzt gab BMW-Chef Harald Krüger erneut ein Statement ab, welches als Bekenntnis zu seinem Batteriepartner Samsung gelesen werden kann. „Reichweite ist bald kein Kriterium mehr. Wir konzentrieren uns auf ein Optimum aller relevanten Eigenschaften: Reichweite, Sicherheit sowie Dauer und Haltbarkeit der Batterie.“ Samsung SDI ist vor allem bei den von Krüger thematisierten Punkten Sicherheit und Langlebigkeit sehr zuverlässig. Auch die Leistungsfähigkeit wird verbessert, was etwa dem BMW-Elektroauto i3 bei gleicher Batteriegröße eine 50 Prozent höhere Reichweite ermöglicht hat. „Die neuen Lithiumzellen von Samsung SDI verändern gerade die Elektroautomobilindustrie. Neben BMW wollen auch weitere Automobilhersteller auf diese prismatischen Lithiumzellen auf Nickel-Mangan-Cobalt-Oxide-Basis setzen, weil sie dank ihrer enorm hohen Energiedichte die Reichweite von Elektroautos verdoppeln“, schwärmt etwa Simon Schandert vom Samsung-SDI-Partner Tesvolt.

Hohes Wachstum dank BMW und Co

Allein BMW dürfte die Anzahl seiner elektrifizierten Fahrzeuge bis 2025 verfünffachen und damit für zusätzliche Umsätze im niedrigen einstelligen Milliardenbereich bei Samsung SDI sorgen. Bereits im Sommer 2016 kündigte Samsung an, 358 Millionen Dollar in eine Elektroauto-Batteriefabrik in Ungarn zu investieren. Diese soll ab 2018 Batterien für 50.000 Elektroautos von BMW und Co liefern. Gebaut wird hier die nächste Generation an Batterien, welche noch einmal zehn Prozent weniger Gewicht und mehr Leistung versprechen. Reichweiten von 600 Kilometer für ein Elektroauto, welches innerhalb von 20 Minuten bis zu 500 Kilometer Reichweite tanken kann, sind damit möglich.

LG Chem ist dank Kunden wie VW, GM oder Daimler größer. Doch auch Samsung hat mit Fiat oder dem Start-up Lucid Partner großes Wachstumspotenzial. Hinzu kommt die Chance auf einen Paukenschlag: Düpiert Samsung Erzrivale Apple und bringt vor den Amerikanern vielleicht sogar ein eigenes Elektroauto in den Markt? Schon im Smartphone-Markt war Samsung vom Zulieferer zur eigenen Marke aufgestiegen. Was wenige wissen: In Asien hatte Samsung bereits vor Jahren mit Renault ein Samsung-Auto verkauft. Kommt bald der große Wurf mit einem Elektroauto mit Samsung-Infotainment inside? Bereits 2016 hat der Samsung-Konzern mit der Übernahme des Auto-Elektronik-Anbieters Harman für Aufsehen gesorgt. Auch für den Autoexperten Ferdinand Dudenhöffer zählt Samsung SDI zu den aussichtsreichsten Zulieferern.

Unterm Strich ist Samsung SDI der Batteriefavorit des aktionär. Zumal auch Bewertung und Chart grünes Licht geben.

(Dieser Artikel ist in der AKTIONÄR-Ausgabe 13/2017 erschienen)


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