19.12.2018 Andreas Deutsch

Egbert Prior über die Deutsche Bank: Darum bleibt die Aktie tabu

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Deutsche Bank
Trendthema

Er kennt die Aktienmärkte aus dem Effeff, hat alle Trends ganz genau im Blick. Die Rede ist von Egbert Prior. Der langjährige Herausgeber der Prior Börse schreibt für Sie auf deraktionaer.de über seine Favoriten an der Börse. In dieser Analyse geht es allerdings um die tief gefallene Aktie der Deutschen Bank.

„Habgierige Manager treiben das einst so stolze Geldhaus in den Ruin. 2017 gab es mehr als 700 Einkommensmillionäre bei der Deutschen Bank. Die Führungsspitze argumentiert stets, gutes Personal sei nur bei Zahlung hoher Gehälter zu finden. Diese vermeintlichen „high potentials“ haben es geschafft, den Kurs seit 2007 um mehr als 90 Prozent in den Boden zu rammen.

Das Management glänzte vor allem damit, bei so ziemlich allen kriminellen Machenschaften im Bankensektor dabei gewesen zu sein. Zuletzt führte die Polizei mit großem Aufgebot eine zweitägige Razzia wegen des Verdachts auf Geldwäsche durch.

Ein hämischer Zeitungskommentar schlug vor, die Ermittler sollten in die Frankfurter Doppeltürme einziehen, dann hätten sie es nicht so weit. Die Aktie notiert derzeit mit 7,66 Euro praktisch auf Allzeittief. Allein in diesem Jahr hat der Kurs mehr als 50 Prozent eingebüßt, der schlechteste Wert im DAX.

Vorsicht geboten

Der Kapitalmarkt hat kein Vertrauen mehr: Die Deutsche Bank weist ihr Eigenkapital mit 63 Milliarden aus. Die Marktkapitalisierung beträgt aber nur rund 16 Milliarden. Investoren glauben also, dass die Bilanz hauptsächlich aus Luft besteht. Nicht ungefährlich, schließlich hatte der globale Finanzstabilitätsrat die Deutsche Bank als eines der weltweit vier Institute mit der höchsten Systemrelevanz eingestuft. Durch ein Wegbrechen der Einnahmen bei gleichzeitig steigenden Kosten kommt es zu einer Ertragserosion.

Die Deutsche Bank ist ein Fass ohne Boden. Seit 2010 beschaffte sich das Geldhaus über Kapitalerhöhungen insgesamt 27 Milliarden frische Mittel. Wie der Börsenwert zeigt, ist ein Großteil dieser Zuflüsse schon wieder „verbrannt“. Gerüchte über einen möglichen Zusammenschluss mit der Commerzbank sorgten für einen kurzfristigen Kursanstieg.

Nicht kaufen!

Diese Spekulationen gibt es allerdings schon seit Jahrzehnten und noch nie ist etwas daraus geworden. Wenn sich zwei Kranke zusammen tun, entsteht daraus noch lange kein Gesunder. Fazit: Nichts deutet auf eine Stabilisierung hin, die Aktie bleibt tabu!"