10 bullenstarke Aktien für den Renditekick
Foto: Börsenmedien AG
18.09.2018 Andreas Deutsch

Egbert Prior: Kann diese Firma jetzt liefern?

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Er kennt die Börse aus dem Effeff. Die Rede ist von Egbert Prior. Der langjährige Herausgeber der Prior Börse schreibt für Sie über seine Favoriten: deutsche Nebenwerte. Lesen Sie seine Analyse.

„SLM Solutions, Hersteller von 3D-Druckern, gibt es zu Ausverkaufspreisen. Gegenüber dem Allzeithoch Anfang Januar (49 Euro) brach die Aktie um 56 Prozent ein. Aktuell 21,50 Euro. Damit ist das Papier fast auf das Niveau des Ausgabepreises beim Börsengang (18 Euro) zurückgefallen.

Hintergrund sind Prognoseverfehlungen und Gewinnwarnungen. Für 2017 hatten die Lübecker einen kräftigen Umsatzanstieg auf 110 bis 120 Millionen in Aussicht gestellt. Stattdessen gingen lediglich 83 Millionen durch die Bücher, was nur geringfügig über dem Vorjahr lag.

Auch für den laufenden Turnus fasste Uwe Bögershausen die Prognose neu: Der Vorstandssprecher rechnet mit einem Umsatzanstieg auf 115 bis 125 Millionen, die operative Marge (Ebitda) soll zwischen elf und 13 Prozent landen. Ursprünglich hatte der Vorstand noch 125 Millionen Umsatz versprochen. Die Ebitda-Marge wurde im „zweistelligen Bereich“ erwartet.

Alles entscheidend

Damit ist die neue Vorausschau von der alten nicht weit entfernt. Bögershausen rechnet für den laufenden Turnus also mit einer Rückkehr auf dem Wachstumspfad. Zwar traten im ersten Halbjahr Umsatz und Gewinn noch auf der Stelle, doch ist bei den Lübeckern das vierte Quartal wegen der Branchenmesse Formnext alles entscheidend.

Den Kurs belastet hatte auch, dass Unternehmensgründer und AR-Chef Hans-Joachim Ihde zu Jahresbeginn sein Aktienpaket um sieben Prozent auf 17 Prozent reduzierte. SLM kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von 387 Millionen. Nicht zuviel, wenn die Lübecker das avisierte Wachstum dieses Mal tatsächlich schaffen. Bedenken Sie, dass General Electric im Herbst 2016 SLM für 38 Euro übernehmen wollte. Torpediert hat das die berühmt-berüchtigte Heuschrecke Paul Singer, der nun mit 19 Prozent der größte Aktionär ist.

Fazit: Die Aktie ist ein spekulativer Kauf. Zum Einstieg erst eine Bodenbildung des Kurses abwarten."

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