19.09.2017 Benedikt Kaufmann

Droht jetzt der September-Crash?

-%
iShares PLC - S&P 500 Index Fd
Trendthema

Der September ist statistisch gesehen der schwächste Börsenmonat. Doch die großen Indizes halten aktuell dagegen: So legte beispielsweise der S&P 500 seit Monatsbeginn um 1,4 Prozent zu. Es sind in der Regel jedoch die letzten zwei Wochen, die den Indizes zusetzen. Das schlimmste könnte deshalb noch bevorstehen.

Die letzten beiden Septemberwochen sind historisch betrachtet die schwächsten Wochen an der Börse. Seit 1980 verliert der S&P 500 hier im Durchschnitt 1,3 Prozent. Aktuell sieht es zwar nicht nach roten Zahlen aus, doch das dürfte sich bald ändern, glaubt man Peter Boockvar, dem Chef-Analysten der Lyndsey Group.

Gegenüber CNBC wies Boockvar auf zwei große Gefahren hin. Zum einen könnte auf dem FED-Treffen am Mittwoch der Startschuss dafür fallen, die aufgeblähte Bilanz der Notenbank abzubauen. Über die Jahre des QE-Programms hat sich der Wert aller FED-Assets auf rund 4,5 Billionen Dollar erhöht. Seit einigen Monaten versucht die Notenbank unter Janet Yellen bereits die Märkte auf den Abbau des riesigen Portfolios vorzubereiten. Für Analyst Boockvar ist es äußerst unwahrscheinlich, dass die Märkte in einer Zeit, in der ihnen massiv Liquidität entzogen wird (bis zu 50 Milliarden Dollar pro Monat), weiter steigen.

Zum anderen ist die Nordkorea-Krise noch nicht ausgestanden. Auch wenn es in der vergangenen Woche ruhiger wurde, könnte ein Wiederaufflammen der Krise die Märkte erneut belasten.

Es herrscht jedoch nicht nur Weltuntergangsstimmung an den Märkten: Positive Impulse dürfte das Voranbringen der US-Steuerreform hervorbringen. Am 25. September wird von den Republikanern ein erster Vorschlag erwartet, wie die Reformen aussehen sollen.

Nach den letzten Abverkäufen aufgrund der Nordkorea-Krise haben aktuell die Bullen das Sagen. Auch wenn die Statistik gegen den September spricht, sollte nicht vergessen werden: In 30 Prozent aller Septembermonate des S&P 500 verbuchte der Index am Monatsende ein Plus. DER AKTIONÄR rät: Investiert bleiben!