09.04.2020 Marion Schlegel

Drägerwerk: Auftragsflut im ersten Quartal – Aktie gibt erneut Gas!

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Drägerwerk Vz.

Der Medizintechnikkonzern Drägerwerk hat im ersten Quartal im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie deutlich mehr Aufträge erhalten. So habe sich der Auftragseingang mit knapp 1,4 Milliarden Euro mehr als verdoppelt, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Lübeck mit. Die Nachfrage in der Medizintechnik sei aktuell besonders hoch. So stieg der Auftragseingang in diesem Bereich von 376 Millionen auf rund eine Milliarde Euro. In der Sicherheitstechnik lag das Neugeschäft bei rund 349 Millionen, nach 271 Millionen Euro im Vorjahr.

Der Auftragseingang hat sich den Angaben zufolge nur zu einem geringen Umfang bereits in höheren Umsätzen niedergeschlagen. Die Erlöse stiegen von 602 Millionen auf 640 Millionen Euro. Das vorläufige Ergebnis will Drägerwerk vermutlich Ende der kommenden Woche vorlegen.

Die Analysten zeigten sich zuletzt jedoch überwiegend skeptisch. Die NordLB hat Drägerwerk nach endgültigen Geschäftszahlen zwar von "Verkaufen" auf "Halten" hochgestuft und das Kursziel von 45 auf 75 Euro angehoben. Dieses liegt aber deutlich unter dem aktuellen Kurs. Angesichts der Corona-Krise verzeichne der Medizin- und Sicherheitstechnikhersteller derzeit eine weltweit deutlich gestiegene Nachfrage nach Beatmungsgeräten, Zubehör und persönlicher Schutzausrüstung, schrieb Analyst Holger Fechner in einer am Donnerstag vorliegenden Studie. Dennoch riet Fechner wegen des derzeit hohen Bewertungsniveaus, der noch offenen Belastungen durch die Krise sowie der noch nicht bestätigten Trendwende nur zum "Halten" der Aktien.

Drägerwerk Vz. (WKN: 555063)

Die DZ Bank hat den fairen Wert für Drägerwerk von 91,40 auf 78,90 Euro gesenkt aber die Einstufung auf "Halten" belassen. Trotz des steigenden Absatzes von Atemschutzmasken und Beatmungsgeräten infolge der Corona-Epidemie werde der Medizintechnik-Hersteller im Bereich der Sicherheitstechnik mit vielen Kunden aus der Rohstoff- und Chemieindustrie belastet, schrieb Analyst Sven Kürten in einer am Dienstag vorliegenden Branchenstudie. Das Chance-Risikoprofil sei insgesamt aber ausgewogen.

Die Aktie des Herstellers von Schutzmasken und Beatmungsgeräten hatte sich im Zuge der Corona-Krise zwischenzeitlich vervielfacht. Anschließend hat das Papier deutlich korrigiert. Doch am heutigen Donnerstag ging es beflügelt durch die starken Zahlen bereits wieder steil nach oben. Die Aktie ging mit einem Plus von fast zehn Prozent aus dem Xetra-Handel. Im Zuge der Corona-Krise könnte die Aktie durchaus noch einmal zulegen. Die Probleme, mit denen man vor Corona konfrontiert war, bleiben aber.

Hinweis nach §34 WPHG zur Begründung möglicher Interessenkonflikte: Aktien oder Derivate, die in diesem Artikel besprochen / genannt werden, befinden sich im "Real-Depot" von DER AKTIONÄR.

(Mit Material von dpa-AFX)