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03.05.2015 Andreas Deutsch

Die Prognosen der Profis

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DAX

Der Mai steht vor der Tür – und mit ihm die große Korrektur? Einen Vorgeschmack auf den statistisch gesehen ersten schwachen Börsenmonat des Jahres erhielten die Anleger bereits in der vergangenen Woche. Wie geht es weiter?

Tilmann Galler, Kapitalmarktstratege bei J.P. Morgan Asset Management, sieht gute Chancen für europäische Aktien. „Europäische Aktien können nicht mehr grundsätzlich als günstig bezeichnet werden“, so der Experte. „Aber Sektoren, die sensibler auf den Konjunkturzyklus reagieren – wie beispielsweise Konsumgüter und Industriewerte –, sollten in einem verbesserten Wirtschaftsumfeld stärkere Umsatzzuwächse verzeichnen.“ Insbesondere exportorientierte Unternehmen sollten laut Galler vom starken US-Dollar profitieren, der ebenso wie die niedrigen Energiepreise ein eigenes kleines Konjunkturprogram darstellt.

Überhaupt habe Europa derzeit von allen Regionen das größte Wachstumspotenzial. „Wir können eine beschleunigte Dynamik in Europa bei vielen Marktindikatoren erkennen“, so Galler. So haben Frühindikatoren wie beispielsweise der Einkaufsmanagerindex EMI in vielen europäischen Ländern in den letzten Monaten deutlich zugelegt. „Selbst in Ländern wie beispielsweise in Spanien und Irland, die sich mit der Expansion zuvor schwer getan hatten, sind jetzt gesunde Wachstumsimpulse zu verzeichnen.“

Olivier de Berranger, Fondsmanager des Echiquier ARTY, hält Europa für deutlicher attraktiver als die USA. „Im europäischen Vergleich sind Aktien aus Spanien, Italien und Frankreich unterbewertet – das allerdings zu unrecht“, so der Experte. „Das Gegenteil gilt für Deutschland: hier haben wir z.B. Daimler, SAP und Fuchs Petrolub verkauft, da diese Aktien ihre Kursziele erreicht hatten – das ist exemplarisch für den deutschen Aktienmarkt.“ Mögliche größere Korrekturen seien Chancen für neue Zukäufe, da der gesamtwirtschaftliche Rahmen positiv sei.

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