15.11.2018 Fabian Strebin

Deutsche Börse: CEO Weimer schaltet auf Attacke

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DAX
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Deutsche-Börse-CEO Theodor Weimer ist seit fast einem Jahr im Amt. Die ersten Monate waren vor allem von Aufräumaktionen nach dem Abgang des ehemaligen Chefs Carsen Kengeter gekennzeichnet. Nach den guten Zahlen zum dritten Quartal - DER AKTIONÄR berichtete - formuliert Weimer nun neue Ziele.

Neue Strategie

Weimers Strategie zielt unter anderem auf organisches Wachstum und einen stärkeren Fokus auf Technologie. In den kommenden Jahren sollen in Technologien wie Blockchain, Datenanalyse und das Cloud Geschäft 270 Millionen Euro investiert werden. Insgesamt will der CEO zudem rund 350 Jobs streichen. Dadurch sollen die Kosten bis zum Jahr 2020 um 100 Millionen Euro gedrückt werden. Bei den Nettoerlösen soll im gleichen Jahr ein Wachstum von 5 Prozent stehen. Der Gewinn soll pro Jahr um zehn bis 15 Prozent zulegen.

Nachdem im vergangenen Jahr die Fusion mit der London Stock Exchange scheiterte, tätigte die Deutsche Börse im laufenden Jahr zwei kleinere Übernahmen für je 100 Millionen Euro. Zugekauft wurde die Fondsplattform Swisscanto und die Devisenhandelsplattform GTX. Im Handelsblatt Interview sagt Weimer nun: „Wir brauchen größere Deals, die uns weiter nach vorne bringen.“ Der Abstand zu den wertvollsten Börsenbetreibern in den USA dürfe nicht zu groß werden. Deals bis zu 1,50 Milliarden Euro könne die Deutsche Börse aus eigener Kraft stemmen. „Aber wenn es notwendig sein sollte, können wir uns am Markt auch zusätzliches Eigenkapital für eine größere Übernahme besorgen“, so Weimer.

Profiteur der Schaukelbörse

Weimers neue Strategie ist durchdacht. Die Deutsche Börse hat im laufenden Jahr mehr als 14 Prozent zulegen können, gleichzeitig büßte der DAX zehn Prozent ein. Die Aktie schlägt sich besonders im volatilen Umfeld gut, da bei starken Schwankungen die Handelsumsätze steigen.

Fundamental ist die Aktie mit einem KGV von 19 nicht zu teuer. Charttechnisch steht der Ausbruch über die 200-Tage-Linie bei 113,00 Euro kurz bevor. Gelingt hier der Break, wäre das ein starkes Kaufsignal.

DER AKTIONÄR rät zum Einstieg und sieht den fairen Wert der Aktie bei 140,00 Euro. Ein Stopp wir bei 95,00 platziert