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23.12.2014 Andreas Deutsch

Deutsche Bank: Vorstand am Pranger - 2015 alles neu?

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Deutsche Bank

Die Aktie der Deutschen Bank setzt ihre Erholung auch am Dienstag fort. Der Titel klettert wieder über die Marke von 25 Euro. Ein Grund hierfür ist ein positiver Analystenkommentar. Hingegen lässt ein Magazinbericht kein gutes Haar am deutschen Marktführer.

In seiner Januar-Ausgabe kritisiert das Manager Magazin den Vorstand der Deutschen Bank, Anshu Jain und Jürgen Fitschen, scharf. Deren Strategie sei gescheitert, die Bank brauche jetzt endlich einen Neuanfang. Unter anderem seien die Kosten bei der Deutschen Bank nach wie vor viel zu hoch, so das Magazin. Pro verdienten Euro musste die Deutsche Bank 2013 88,5 Cent aufwenden. Die Quote der meisten Konkurrenten liegt teilweise deutlich darunter, bei HSBC sogar nur bei 59,6 Prozent.

Paul Achleitner, der Aufsichtsratschef der Deutschen Bank, will laut Manager Magazin bis März, spätestens bis Mai eine neue Strategie vom Vorstand vorgelegt bekommen. Achleitner wolle konkrete Zeitpläne und feste Finanzziele sehen. Dabei dürfe es keine Denkverbote geben. Alles beim Alten zu belassen sei keine Option.

„Die neue Strategie soll binnen Jahresfrist das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,6 mindestens in Richtung 1,0 treiben“, heißt es in dem Bericht weiter. Bis 2020 solle die Bank in voller Blüte erstrahlen.

Gelingt die Neuausrichtung

Für die Deutsche Bank wird 2015 ein sehr spannendes Jahr, ein Jahr des Umbruchs. Keine Frage, Potenzial hat die Bank. Die Frage ist allerdings, ob Jain und Fitschen es freisetzen können. Mario Lodos von der Banco Sabadell glaubt offenbar, dass sie es können. Er hat die Aktie der Deutschen Bank am Dienstag mit „Kaufen“ eingestuft. Sein Kursziel lautet 35,50 Euro. DER AKTIONÄR sieht den fairen Wert bei 33 Euro. Der Stoppkurs sollte bei 21,50 Euro gesetzt werden.

(Mit Material von dpa-AFX)

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