01.06.2017 Fabian Strebin

Deutsche Bank: Vermiesen die USA die Kehrtwende?

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Deutsche Bank
Trendthema

Rechtsrisiken beseitigt, Kapitalpolster aufgefüllt, Strategie geändert – bei der Deutschen Bank könnte es jetzt endlich wieder losgehen mit dem Wachstum im operativen Geschäft. Doch ausgerechnet die US-Konkurrenz und Donald Trump könnten dem Konzern einen Strich durch die Rechnung machen.

Niedrige Handelserlöse erwartet

Donald Trump kämpft ums politische Überleben. Viel Zeit, seine Agenda umzusetzen, bleibt ihm wohl nicht. Die Finanzbranche hatte große Hoffnungen in eine Deregulierung und geringere Steuern für Unternehmen gesetzt. Doch daraus wird so schnell wahrscheinlich nichts. Die Enttäuschung drückt in den USA auf die Kurse der Bankaktien, wie gestern wieder zu beobachten war. Dabei wird die Notierung der Deutschen Bank in Sippenhaft genommen. Denn als Investmentbank mit starkem US-Geschäft hatte der Konzern ebenso wie die US-Konkurrenz auf weniger Regeln und niedrigere Steuern gehofft

Sorgen macht derzeit noch ein anderer Umstand: Die Erlöse im wichtigen Wertpapierhandel dürften im zweiten Quartal geringer als bislang gedacht ausfallen. Das sagten mehrere Vorstände der großen US-Banken gestern auf einer Branchenkonferenz. Marianne Lake, Finanzvorständin von J.P. Morgan Chase, sagte, die Handelserlöse seien bis jetzt 15 Prozent geringer als im Vorjahr ausgefallen. Auch der Vorstandsvorsitzende von Morgan Stanley, James Gorman, rechnet mit mindestens zehn Prozent niedrigeren Umsätzen als ein Jahr zuvor.

Da die Deutsche Bank seit jeher stark im Handel mit Wertpapieren ist, dürften die enttäuschenden Angaben der US-Banken einen Vorgeschmack auf die Erlöse des Konzerns im zweiten Quartal geben.

Europa läuft

Die Deutsche Bank braucht jetzt Wachstum, um die Kehrtwende abzuschließen. Das wichtige Investmentbanking in den USA könnte hier im zweiten Quartal schwächeln. Jedoch wächst Europa stärker als die USA, weshalb die Deutsche Bank hier besser abschneiden sollte.

Fundamental ist die Aktie der Deutschen Bank mit einem für 2018 erwarten KGV von nur 10 günstig bewertet. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 0,5 spricht ebenfalls für die Notierung. Weitere Fantasie birgt eine mögliche Zinswende der Europäischen Zentralbank. Das Chance-Risiko-Verhältnis spricht zudem klar für die Aktie. DER AKTIONÄR sieht noch Potenzial bis 25 Euro. Wer investieren will, sollte bei 14 Euro einen Stopp setzen.