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30.04.2019 Nikolas Kessler

Deutsche Bank: US-Präsident Trump klagt – was steckt dahinter?

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Deutsche Bank

In den Jahren vor seiner Präsidentschaft pflegten Donald Trump und die Deutsche Bank intensive Geschäftsbeziehungen, das ist bekannt. Dass weitere Details dieser Geschäfte ans Licht kommen, will der heutige US-Präsident allerdings unbedingt verhindern und verklagt das Institut jetzt vor einem New Yorker Gericht.

Konkret geht es dabei um die Herausgabe von Finanzunterlagen durch die Deutsche Bank und das Finanzhaus Capital One an zwei Komitees des US-Kongresses, die Trump und seine Kinder per Unterlassungsklage verhindern wollen. Bereits vergangene Woche hatte Trump ähnliche Klagen gegen eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft sowie das Aufsichtskomitee des Repräsentantenhauses einreichen lassen.

Die Demokraten im US-Kongress fordern im Zuge ihrer Untersuchungen zu Trumps Finanzgeschäften die Herausgabe von Finanzdaten. Dabei geht es um die Frage, ob andere Staaten versucht haben, die Politik der USA zu beeinflussen. Untersucht werden sollen auch mögliche Verbindungen nach Russland. Das Geheimdienstkomitee und der Finanzausschuss hatten den Banken entsprechende Vorladungen zugestellt. Nach Informationen der New York Times müssen auch JPMorgan Chase, Bank of America und Citigroup Unterlagen liefern.

Trump vermutet „politische Absicht“

Das eigentliche Ziel sei es, den Präsidenten „zu belästigen und jeden Aspekt seiner persönlichen Finanzen, seiner Geschäfte sowie privaten Informationen über ihn und seine Familie zu durchwühlen und nach jeglichem Material zu durchforsten, das benutzt werden könnte, um ihm politisch zu schaden“, heißt es in der Klageschrift, die dem US-Sender CNN vorliegt. „Es gibt keinen anderen Grund, als eine politische Absicht“ für die Herausgabe der Unterlagen, heißt es darin weiter.

Unrühmliche Geschichte

In den Jahren vor seiner Präsidentschaft pflegte Trump enge Geschäftsbeziehungen zur Deutschen Bank. Laut einer Recherche der New York Times hat die Großbank dem Immobilienunternehmer über einen Zeitraum von 20 Jahren insgesamt über zwei Milliarden Dollar geliehen – trotz wiederholter Streitigkeiten und Zweifeln an dessen Bonität. Erst kurz vor Trumps Wahl zum US-Präsidenten seien die Beziehungen auf Druck aus Frankfurt abgebrochen worden (DER AKTIONÄR berichtete).

So reagiert die Aktie

Die Aktie der Deutschen Bank reagiert am Dienstagmorgen kaum auf die Klage des US-Präsidenten und pendelt im vorbörslichen Handel bei Tradegate um den Schlusskurs vom Montag. Der Grund: Im Fokus der Untersuchung durch den US-Kongress stehen in erster Linie mögliche Verfehlungen von Donald Trump – nicht die der Banken.

Zwar sollte die Deutsche Bank vermeiden, im Streit zwischen dem Kongress und den US-Präsidenten zwischen die Fronten zu geraten. Kurzfristig erscheinen jedoch andere Fragen drängender – etwa, wie es nach den gescheiterten Fusionsgesprächen mit der Commerzbank weitergeht oder was aus dem umstrittenen Investmentbanking wird. DER AKTIONÄR beobachtet diese Entwicklungen von der Seitenlinie aus.

Mit Material von dpa-AFX.