Die Gewinner der Q2-Zahlensaison >> lesen
Foto: Börsenmedien AG
08.06.2016 Andreas Deutsch

Deutsche Bank: Und schon fällt sie wieder

-%
Deutsche Bank

Am Dienstag gehörte die Aktie der Deutschen Bank noch zu den Top-Gewinnern an der Börse, am Mittwoch nehmen die Anleger bereits wieder Gewinne mit. Heute belastet ein skeptischer Analystenkommentar das Sentiment.


Das US-Analysehaus Bernstein Research hat das Kursziel für BNP Paribas von 63,30 auf 54,40 Euro gesenkt, die Einstufung aber auf "Market-Perform" belassen. Analyst Johan De Mulder überarbeitete sein Bewertungsmodell und reduzierte seine Gewinnschätzungen für die von ihm beobachteten europäischen Banken. Grund dafür seien gekürzte Ertragsprognosen, insbesondere beim Nettozinsertrag, so der Profi.

2,9 Millionen Konten von Panne betroffen

Unterdessen könnte die Softwarepanne ernsthaft das Image der Deutschen Bank belasten. Rund 2,9 Millionen Konten sind nach Angaben der Deutschen Bank von der massiven IT-Panne in der vergangenen Woche betroffen gewesen. Insgesamt seien mehr als 13 Millionen Buchungen falsch angezeigt worden, gab die Deutsche Bank bekannt.

Am Freitag waren auf Kontoauszügen Abbuchungen und Einzahlungen vom 1. Juni doppelt erschienen. Bei manchen Kunden wurde ein höherer Kontostand dargestellt, andere Konten rutschten ins Minus. Etliche Kunden hatten am Freitag beklagt, sie kämen nicht an ihr Geld.

Stopp bei 13,20 Euro setzen

Aus charttechnischer Sicht bleibt alles beim Alten: Es fehlt weiterhin ein klares Kaufsignal. Die Aktie notiert unterhalb des seit Dezember gültigen Abwärtstrends, der aktuell bei 16,20 Euro verläuft. Vom seit August 2015 gültigen Abwärtstrend (aktuell bei 19,85 Euro) und von der 200-Tage-Linie (aktuell bei 20,05 Euro) ist die Aktie noch meilenweit entfernt. Für investierte Anleger gilt weiterhin: Dabei bleiben und Stopp bei 13,20 Euro setzen.

(Mit Material von dpa-AFX)

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Deutsche Bank - €

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.
Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-852-7