Die Gewinner der Q2-Zahlensaison >> lesen
Foto: Börsenmedien AG
25.07.2017 Fabian Strebin

Deutsche Bank und Commerzbank: Die Analysten liegen daneben

-%
Deutsche Bank

Aktionäre der Deutschen Bank und der Commerzbank haben in den vergangenen Jahren starke Nerven gebraucht: Seit Beginn der Finanzkrise haben die Titel 90 Prozent an Wert eingebüßt. In den vergangenen zwölf Monaten haben sich die Notierungen jedoch verdoppelt. Einige Analysten sehen jetzt indes das Ende der Fahnenstange erreicht.

Stefan de Schutter, Aktienhändler bei Alpha Trading, sagt im Interview mit dem Handelsblatt: „Man kann inzwischen wieder guten Gewissens in fast allen Ländern in Bankaktien investieren, außer in Deutschland. Langfristige Investments in Deutsche Bank und Commerzbank sollten gut überlegt werden, denn die Probleme der Banken sind einfach zu groß.“

Auch andere sind skeptisch. Analyst Michael Seufert von der NordLB sagt: „Das Umfeld für die deutschen Banken ist und bleibt schwierig. Auch wenn eine Euphorie aufgetreten ist, dass sich an dem Niedrigzinsumfeld bald etwas ändern könnte, ist das kein Grund zum Jubeln.“

Noch deutliches Potenzial

DER AKTIONÄR sieht das etwas anders. Mit Martin Zielke bei der Commerzbank und seinem Kollegen John Cryan bei der Deutschen Bank sind zwei Vorstandsvorsitzende am Ruder, welche die Konzerne radikal umkrempeln. Die Banken stellen sich nach Jahren des Zauderns jetzt den Herausforderungen und passen die Geschäftsmodelle der Wirklichkeit an. Die Zinswende in der Eurozone könnte zudem schneller kommen als gedacht. Denn die Wirtschaftsaussichten in Europa verbessern sich von Tag zu Tag.

Mit der Aktie der Commerzbank setzen Anleger auf steigende Zinsen in Europa und zügige Erfolge beim Konzernumbau. Das abgelaufene Quartal dürfte aufgrund der Rückstellung für den Personalabbau mit einem Verlust schließen. Die langfristigen Aussichten sind jedoch positiv. Die Aktie ist ein Kauf. Das Kursziel liegt bei 14,00 Euro. Ein Stopp sollte bei 8,00 Euro gesetzt werden.

Die Deutsche Bank veröffentlicht am Donnerstag, 27. Juli, die die Zahlen zum abgelaufenen Quartal. Marcus Schenk, Co-Vorsitzender, dämpfte im Vorfeld die Erwartungen. Im Hinblick auf den geplanten Teilbörsengang des Fondstochterunternehmens Deutsche Asset Management und die Wiedereingliederung der Deutschen Postbank bleibt die Aktie aber aussichtsreich. Wer noch nicht investiert ist, wartet die Quartalszahlen ab. Alle anderen bleiben investiert.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Deutsche Bank - €
Commerzbank - €
COMMERZBK SPONS.ADR - €

Buchtipp: Modern Money Theory

Manche Ökonomen halten die Modern Money Theory (MMT) nicht nur für die Weiterentwicklung der Thesen von John Maynard Keynes, sondern auch für das richtige oder sogar einzige Rezept für erfolgreiche Finanzpolitik des 21. Jahrhunderts. Andere, wie etwa Paul Krugman, kritisieren sie scharf und warnen vor Hyperinflation. Kann man die Thesen der MMT mit „Mehr Staat, weniger Markt“ angemessen beschreiben? Haben die Ökonomen recht, die wollen, dass sich Geldpolitik an Beschäftigungszielen orientiert? Der passende theoretische Rahmen für Geldpolitik in unserer Zeit oder nur alter Wein in neuen Schläuchen – Kater garantiert? Wer mitreden will, der muss verstehen. Wer verstehen will, dem empfehlen wir diese Einführung ins Thema.
Modern Money Theory

Autoren: Wray, L. Randall
Seitenanzahl: 400
Erscheinungstermin: 06.10.2022
Format: Softcover
ISBN: 978-3-86470-852-7