Im Kaufrausch: Aktien und Rohstoffe
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03.06.2019 Nikolas Kessler

Deutsche Bank und Commerzbank: Das Debakel geht weiter

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Deutsche Bank

Die Aktie der deutschen Großbanken knüpfen zu Wochenbeginn an ihre jüngste Talfahrt an. Während die Deutsche-Bank-Aktie am Montagmittag sogar auf ein neues Allzeittief gefallen ist, trübt sich auch das Chartbild bei der Commerzbank immer weiter ein. Sollten investierte Anleger jetzt die Notbremse ziehen?

Mitschuld an den anhaltenden Verlusten der Banken ist in erster Linie der durchwachsene Gesamtmarkt. Der Zollstreit zwischen USA und China sowie politische Spannungen in Europa ließen den DAX am Montagmorgen in Richtung der 200-Tage-Linie und auf einen neuen Tiefststand seit Anfang April fallen (DER AKTIONÄR berichtete). Inzwischen konnte er sich jedoch auf dem Niveau von Freitag stabilisieren.

Speziell bei den Banken wirft der EZB-Zinsentscheid am Donnerstag (6. April) seine Schatten voraus. Beobachter rechnen damit, dass die Währungshüter an ihrem bisherigen Fahrplan festhalten und den Leitzins mindestens bis zum Jahresende unverändert lassen – womöglich auch darüber hinaus.

Zudem konnte sich die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe nur geringfügig von ihrem Rekordtief bei minus 0,221 Prozent vom vergangenen Freitag lösen und verharrt auf niedrigem Niveau.

All das lastet auf dem europäischen Bankensektor. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Banks verliert am Montag rund 1,1 Prozent. Deutsche Bank und Commerzbank zählen sich mit Abschlägen von jeweils über zwei Prozent jedoch zu den Verlierern im Index.

Deutsche Bank meiden, Commerzbank nahe am Stopp

Die Aktie der Deutschen Bank ist dabei am Mittag bei 5,80 Euro auf einen neuen Tiefststand gefallen. Angesichts der enttäuschenden Performance sowie operativen und strukturellen Problemen sieht sich DER AKTIONÄR hier in seiner Verkaufsempfehlung bestätigt.

Die Aktie der Commerzbank hat seit Mitte April rund 25 Prozent abgegeben – und somit einen guten Teil ihrer zwischenzeitlichen Gewinne seit Jahresanfang. Auch hier droht inzwischen der Rückfall auf das Mehrjahrestief von Ende 2018 bei 5,50 Euro. Ehe es soweit kommt, sollten investierte Anleger jedoch im Bereich von 6,00 Euro die Notbremse ziehen.

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