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02.10.2020 Carsten Kaletta

Deutsche Bank: Negative News zum Wochenausklang

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Deutsche Bank

Nach zuletzt positiven Aussagen von Finanzchef James von Moltke rücken die aufsichtsrechtlichen Probleme der Deutschen Bank wieder verstärkt in den Vordergrund. Neue Auflagen der US-Börsenaufsicht könnten Deutsche-Bank-Boss Christian Sewing für künftige Fehltritte des Geldinstituts persönlich treffen, berichtet das Handelsblatt. Und auch die aktuellen Analystenstimmen sind weniger erfreulich.

Konkret muss Christian Sewing nun jährlich bescheinigen, dass das deutsche Kreditinstitut eine kürzlich geschlossene Vergleichsvereinbarung einhält, in der die US-Behörden das Geldinstitut wegen Verstößen gegen die Regeln für die Meldung von Swaps mit einer Geldstrafe belegt haben, schreibt das Handelsblatt. Diese Auflage, die den Mann an der Spitze des Branchenprimus für künftige Fehltritte der Bank haftbar machen könnte, folgt auf jahrelange Compliance-Versäumnisse. Dadurch geriet die deutsche Großbank ins Visier der US-Aufsichtsbehörden.

Auch die Analysten sind derzeit keine Fans der Deutschen Bank: So hat das Bankhaus Metzler zwar das Kursziel für die Aktie von 6,10 auf 6,30 Euro angehoben, aber die Einstufung auf "Sell" belassen. Analyst Jochen Schmitt ist nach den jüngsten Aussagen des Finanzvorstands nun weniger pessimistisch für die diesjährigen Rückstellungen für Kreditausfälle. Das Institut mache auf der Kostenseite Fortschritte, dürfte aber weiter Schwierigkeiten haben, die Erträge mittelfristig zu steigern, so Schmitt in seiner am Freitag vorliegenden Studie.

Genauso kritisch steht die Credit Suisse dem Deutschen Branchenprimus gegenüber: Die Schweizer Bank hat die Aktie auf "Underperform" mit einem Kursziel von 5,50 Euro belassen. Die niedrige Bewertung gefährde eine mögliche Fusion mit der Konkurrentin Commerzbank, schrieb Analyst Jon Peace am Donnerstag und erinnerte an die 2019 gescheiterten Gespräche. Vergangene Woche habe der Deutsche-Bank-Chef zudem erklärt, dass erst nach dem Abschluss des geplanten Konzernumbaus 2023 größere Transaktionen ein Thema seien. Langfristig wäre ein Zusammengehen beider Häuser angesichts der möglichen Synergien immer noch interessant.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

Der Newsflow bei der Deutschen Bank ist gerade weniger positiv. Auch charttechnisch wirkt der Titel angeschlagen. Ein Anstieg über 7,30 Euro würde das Bild aufhellen. Nach unten fungiert das Tief vom 25. September bei 6,85 Euro als (schwache) Unterstützung. Die Aktie des Branchenprimus steht derzeit nicht auf der Kaufliste des AKTIONÄR. Diese Aktien hingegen versprechend Rendite.

(Mit Material von dpa-AFX)