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31.07.2016 Andreas Deutsch

Deutsche Bank: Katastrophale Bilanz

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Deutsche Bank

Knapp ein Jahr steht John Cryan an der Spitze der Deutschen Bank. Der Aktienkurs hat sich in dieser Zeit katastrophal entwickelt.

John Cryan ist ohne Frage der „Das Glas ist halbvoll“-Typ. „Bei allen Schwierigkeiten sollten wir nicht übersehen, dass wir inzwischen ein gutes Stück vorangekommen sind“, verbreitete der Deutsche-Bank-Chef am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz Optimismus. Aber Cryan gibt auch zu, „dass sich das im Ergebnis des zweiten Quartals leider größtenteils noch nicht widerspiegelt“.

Die Frage ist: Wie viel Zeit hat Cryan noch, bevor nicht das letzte bisschen Vertrauen verspielt ist? Der Aktienkurs nähert sich bedrohlich dem Allzeittief. Wenn sich das Sentiment im Sektor nicht bald ändert, eventuell durch Staatshilfen für die gebeutelten italienischen Banken, könnte die Aktie der Deutschen Bank bald im einstelligen Bereich notieren.

Schon jetzt ist die Performance eine Katastrophe. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Deutsche-Bank-Aktie 60 Prozent verloren. Seit Jahresbeginn sind es 47 Prozent.

Trotzdem: Der Vergleich mit Lehman, den jüngst Jim Rogers gezogen hat, hinkt. Erstens ist die Deutsche Bank deutlich breiter aufgestellt als die 2008 insolvent gegangene Investmentbank. Zweitens weist die Deutsche Bank eine dichtere Kapitaldecke auf. Und drittens: Der Staat würde die Deutsche Bank nie und nimmer pleitegehen lassen. Die Folgen einer Insolvenz von Deutschlands wichtigster Bank wären verheerend – nicht nur für die deutsche Wirtschaft, sondern für das komplette weltweite Finanzsystem.

Es muss mehr kommen von Cryan – viel mehr

John Cryan weiß: Er muss weiter liefern. Knallhartes Sparen wird dem Markt nicht mehr reichen. Cryan ist bislang eine Strategie schuldig geblieben. Wie stellt er sich die Bank 2020 vor? Worauf will er sich konzentrieren? Wie soll die Deutsche Bank in Zukunft Geld verdienen? Solange er die Antworten schuldig bleibt, wird die Aktie des deutschen Marktführers nicht nachhaltig steigen.

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