28.04.2020 Fabian Strebin

Deutsche Bank: Der Tag davor und der danach

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Deutsche Bank

Die Deutsche Bank stieg gestern um mehr als zehn Prozent. Getrieben haben die Zahlen zum ersten Quartal, die deutlich besser als erwartet ausfielen. Wie die Deutsche Bank das Kunststück fertigbrachte aus einem prognostizierten Verlust einen Gewinn zu machen, wird sich aber erst morgen zeigen.

Denn am morgigen Mittwoch sollten die Zahlen für die ersten drei Monate eigentlich veröffentlicht werden. Weil das Ergebnis aber stark von der Prognose der Analysten abwich, musste vorab eine Ad-hoc-Meldung erfolgen. Die Aktie konnte daraufhin auf über sechs Euro steigen und auch heute liegt das Papier im Plus. Für die weitere Entwicklung sollten aber die detaillierten Zahlen morgen aufschlussreich sein.

66 Millionen Euro Nettogewinn sind nicht viel, vor allem, wenn man an die Glanzzeiten in den 2000er-Jahren denkt. Analysten hatten im Schnitt jedoch fast 400 Millionen Euro Miese erwartet. Höchstwahrscheinlich haben höhere Handelserträge – wie schon bei der US-Konkurrenz – die Erlöse und den Gewinn signifikant erhöht. Spannend wird aber die Frage, in welchen Bereichen des Handelsgeschäfts der Rubel rollte. Denn den globalen Aktienhandel mit Großkunden will die Bank bis 2022 abbauen.

Auch den Ausblick in Bezug auf die Privat- und Firmenkundensparte sollten Anleger im Blick haben. Wichtig sind hier die erwarteten Kreditausfälle. Im ersten Quartal hat die Deutsche Bank eine halbe Milliarde Euro zurückgelegt, aber vor einem Jahr waren es nur 140 Millionen Euro. Am Ende könnten es in 2020 fast 1,80 Milliarden Euro werden.

Das erwartet zumindest Andreas Thomae, Portfoliomanager bei der Fondsgesellschaft Deka. Das wäre im Vergleich immer noch weniger als bei den US-Banken, da in Deutschland und Europa durch den Sozialstaat die Menschen besser abgesichert sind. Deutschland hat zudem über die KfW-Förderbank ein Rettungsnetz für Firmen gespannt. Ausfälle bei vielen Krediten landen so dort und nicht bei den Banken.

Deutsche Bank (WKN: 514000)

DER AKTIONÄR hält weiter die Füße still und analysiert morgen die Zahlen. Spekulanten können aber das verbesserte Chartbild für einen Trade nutzen. Der horizontale Widerstand um 6,20 Euro könnte nachhaltig fallen und den Weg frei machen für die Hürde bei 6,43 Euro.