08.08.2017 Fabian Strebin

Deutsche Bank: Das ist bitter

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Deutsche Bank
Trendthema

Die Deutsche Bank befindet sich mitten in einem tiefgreifenden Konzernumbau. CEO John Cryan krempelt den Konzern vollständig um. Bisher wurden erste Erfolge erzielt. Doch die Konkurrenz schläft nicht. Im Gegenteil: In einem internationalen Ranking von Privatbanken muss die Deutsche Bank deutlich Federn lassen.

Die Londoner Beratungsfirma Scorpio berechnet jährlich eine Rangliste der weltgrößten Privatbanken. Im vergangenen Jahr lag die Deutsche Bank noch auf Platz zehn. Jetzt ist der Konzern auf den 16. Rang abgerutscht. Die verwalteten Kundeneinlagen nahmen im Jahresvergleich um annähernd 30 Prozent auf 227 Milliarden Dollar ab. Laut der Deutschen Bank liegt ein Großteil des Rückgangs am Verkauf der Vermögensverwaltung in den USA. Bei der Konkurrenz nahmen die verwalteten Mittel dagegen durchschnittlich um vier Prozent zu.

Ein weiterer Grund für die gesunkenen Vermögenswerte ist der Hypothekenskandal in den USA im vergangenen Herbst. Damals steckte die Bank in einer schweren Krise, die US-Finanzaufsicht forderte eine Zahlung von 14 Milliarden Dollar zur Beilegung des Rechtsstreits. Am Ende wurden es zwar „nur“ 7,2 Milliarden – allerdings zogen viele Kunden ihre Gelder ab. Nach Aussage des Vorstandes kommt das Geschäft sukzessive wieder zurück. Jedoch wird es noch dauernd, bis dieser Abfluss wieder ausgeglichen ist.

Fantasie weiter vorhanden

Die Deutsche Bank bäckt kleinere Brötchen. Das muss auch für Aktionäre kein Beinbruch sein. Die Fantasie steigender Zinsen und der geplante Teilbörsengang der Tochter Deutsche Asset Management sollten dem Kurs in den kommenden Monaten auf die Beine helfen.

DER AKTIONÄR ist positiv gestimmt für die Aktie der Deutschen Bank und rät zum Kauf. Das Kursziel beträgt 25,00 Euro, ein Stopp um 12,50 Euro sichert gegen hohe Verluste ab. Vor einem Einstieg sollte allerdings noch der Ausbruch über die 200-Tage-Linie bei 15,59 Euro abgewartet werden.