Profitieren Sie von Korrekturen
17.03.2019 Nikolas Kessler

Deutsche Bank & Commerzbank: Jetzt ist es offiziell

-%
Deutsche Bank

Die Pläne bezüglich einer Fusion von Deutscher Bank und Commerzbank werden konkreter. Beide Institute haben am Sonntag per Ad-hoc-Meldung eine entsprechende Absichtserklärung veröffentlicht – man wolle entsprechende Optionen ergebnisoffen prüfen. Damit bestätigt sich nun, was schon seit Langem spekuliert wurde.

„Commerzbank und Deutsche Bank haben sich heute darauf verständigt, ergebnisoffene Gespräche über einen eventuellen Zusammenschluss aufzunehmen“, heißt es in dem knappen Statement der Commerzbank.

In der Mitteilung der Deutschen Bank heißt es, man prüfe strategische Optionen und führe Gespräche mit der Commerzbank. „Diese Optionen wird der Vorstand daraufhin bewerten, ob sie Wachstum und Profitabilität der Bank stärken. Es gibt keine Gewähr, dass es zu einer Transaktion kommt“, heißt es darin weiter.

Damit bestätigen die beiden Großbanken entsprechende Gerüchte, die seit Längere die Runde machen und am Sonntagvormittag bereits konkreter wurden. Unter Berufung auf Bankenkreise hatte etwa Der Spiegel berichtet, dass eine offizielle Bestätigung unmittelbar bevorstehe.

Ergebnis und Erfolgsaussichten fraglich

Ob ein Zusammenschluss der beiden Häuser die Lösung der Probleme wäre, ist unter Experten umstritten. Bezweifelt wird vor allem, dass aus der angeschlagenen Deutschen Bank und der im Umbau befindlichen Commerzbank der „nationale Champion“ mit deutlich mehr Gewicht auf der internationalen Bühne entstünde, den die Politik sich wünscht. Zudem würde ein Zusammenschluss wohl mit deutlichen Einschnitten für Belegschaft und Aktionäre einhergehen.

DER AKTIONÄR wertet die Fusionspläne angesichts dieser Widrigkeiten kritisch. Eine ausführliche Einschätzung zu den jüngsten Entwicklungen und den Aktien von Commerzbank und Deutscher Bank lesen Sie morgen an dieser Stelle.

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0