Der monatelange Bieterkampf um den Olivenölhersteller Deoleo ist entschieden. Doch statt einer Übernahmefantasie folgt an der Börse die Ernüchterung: Die Aktie brach am Donnerstag um rund 20 Prozent ein. Der Grund liegt im Ende des Bieterwettstreits – und in den Konditionen des Deals. Für langfristige Anleger ist das ohnehin nur ein weiteres Kapitel einer verheerenden Börsenbilanz.
- 520 Millionen Euro: So hoch wird Deoleo bei der Übernahme bewertet.
- Acesur und Dcoop: Die beiden spanischen nicht börsennotierten Konkurrenten teilen sich künftig jeweils 50 Prozent.
- Rund 97 Prozent Verlust: So weit liegt die Aktie unter ihrem Hoch aus dem Jahr 2007.
Der entscheidende Punkt: Es gibt keinen fest vereinbarten Kaufpreis je Aktie der börsennotierten Deoleo AG. Die 520 Millionen Euro sind der Unternehmenswert der operativen Tochter Deoleo Holding – inklusive Schulden. Deoleo selbst erhält für seinen Anteil von 50,99 Prozent voraussichtlich 190 bis 200 Millionen Euro. Davon könnten allerdings bis zu 40,8 Millionen Euro zunächst als Sicherheit für einen italienischen Steuerstreit zurückgehalten werden.
Bieterstreit beendet
Genau hier liegt der Haken: Der Markt hatte offenbar auf einen höheren Verkaufspreis gehofft. Die vereinbarten 520 Millionen Euro liegen rund 13 Prozent unter einer zuvor von Analysten angesetzten Unternehmensbewertung von 600 Millionen Euro. Mit dem Ende des Bieterwettstreits fällt zudem die Übernahmefantasie als Kurstreiber weg.
Deoleo-Aktionäre bekommen also nicht automatisch einen bestimmten Betrag je Aktie ausgezahlt. Wie viel vom Verkaufserlös letztlich bei der börsennotierten Gesellschaft verbleibt und ob daraus Geld an die Aktionäre fließt, ist noch offen.
Damit wird auch der Kurssturz verständlicher. Die Übernahme beendet zwar die monatelange Unsicherheit, erfüllt aber offenbar nicht die hohen Erwartungen des Marktes. Hinzu kommen die noch ausstehenden Genehmigungen. Der Abschluss wird erst in sechs bis acht Monaten erwartet.
Mit der Übernahme verschwindet die Möglichkeit, direkt in den weltweit größten Pure-Player der Olivenölbranche zu investieren. Der Abschied fällt an der Börse allerdings leicht: Die Deoleo-Aktie war schon lange nur noch ein Schatten ihrer selbst. Für Anleger, die seit dem Hoch von 2007 bis zuletzt durchgehalten haben, ist die Bilanz dagegen bitter: Rund 97 Prozent ihres Investments sind verloren. Mit welchen Aktien Anleger künftig besser fahren dürften, erfahren Sie in der neuen Ausgabe von DER AKTIONÄR.
Heute, 15:13
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