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26.11.2021 Jan Paul Fóri

DAX: 200-Tage-Linie gerissen – Corona-Sorgen belasten Aktienmarkt

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Am Freitag hat eine neue Corona-Variante für Panik bei den Anlegern gesorgt. Experten befürchten, dass die im südlichen Afrika aufgetauchte Virus-Variante B.1.1.529 wegen ihrer vielen Mutationen auch den Schutzschild der Impfstoffe leichter durchdringen könnte. An der Börse fiel der DAX kurz vor dem Wochenende unter eine aus charttechnischer Sicht wichtige Marke.

Erste Länder wie Großbritannien und Israel schränkten bereits vorsorglich den Flugverkehr ein, weitere Länder dürften folgen. Deutschland wird Südafrika ab der Nacht zu Samstag zum Virusvariantengebiet erklären. Unterdessen wurde in Belgien bereits bei einem Reisenden die Mutation nachgewiesen.

Der Mainzer Impfstoffhersteller BioNTech analysiert zurzeit die neue Variante und rechnet spätestens in zwei Wochen mit Erkenntnissen. Die EU-Gesundheitsbehörde ECDC will noch an diesem Freitag eine Einschätzung über die Gefährlichkeit abgeben.

DAX (WKN: 846900)

Der DAX rauschte um 4,15 Prozent auf 15.257 Punkte ab. Damit hat der deutsche Leitindex die 200-Tage-Linie bei 15.382 Zählern gerissen und ein Verkaufssignal generiert. Auf Wochensicht steht durch die erneuten Kursverluste ein Minus von 5,6 Prozent zu Buche. Bereits Ende vergangener Woche hatte die sich zunehmend verschärfende Corona-Lage und Konjunktursorgen für eine Zäsur gesorgt.

Der MDAX verlor am Freitag 3,3 Prozent auf 33.849 Punkte und auch europaweit und in den USA gaben die Börsen kräftig nach. Der EuroStoxx 50 sackte um 4,7 Prozent auf 4.089 Punkte ab und auch in Paris und London wurden hohe Verluste verbucht. In den USA gab der Dow Jones Industrial zum Handelsschluss in Europa um 2,8 Prozent nach.

Sämtliche Branchen in Europa gaben nach, vor allem aber traf es die Reise-, Banken- und Autobranche und damit verbundene Unternehmen. Im DAX brachen die Papiere des Flugzeugbauers Airbus und des Triebwerksherstellers MTU um etwas mehr als elf Prozent ein. Im MDAX sackten die Anteile der Lufthansa um fast 13 Prozent ab und die des Flughafenbetreibers Fraport um 11,5 Prozent.

Dagegen waren Aktien gefragt, die als Gewinner der Corona-Pandemie gelten: Online-Werte wie Delivery Hero, HelloFresh und Zalando, der Laborausrüster Sartorius, das Diagnostikunternehmen Qiagen und der Pharmakonzern Merck KGaA waren die einzigen Gewinner im Dax mit Kursaufschlägen zwischen 2,6 und 5,5 Prozent.

K+S büßten knapp sechs Prozent ein. Die Deutsche Prüfstelle für Rechnungslegung (DPR) äußert weiterhin Kritik an der Art und Weise der Rechnungslegung des Düngerkonzerns in bestimmten Zeiträumen. Allerdings sind Wertanpassungen wohl nicht nötig. Analyst Markus Mayer von der Baader Bank hält eine Strafe für K+S für nicht ausgeschlossen.

Die Anteile von Software AG sprangen an der MDAX-Spitze um etwas mehr als neun Prozent hoch. Informierten Kreisen zufolge prüft der Darmstädter Software-Anbieter strategische Optionen, darunter auch den eigenen Verkauf, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtete. Compugroup Medical stemmten sich nach der Ankündigung eines Aktienrückkaufs mit 1,6 Prozent Plus gegen den allgemein sehr schwachen Trend.

Mit Material von dpa-AFX.

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