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23.07.2021 Jochen Kauper

Daimler: Starke News – Batteriezellen-Partner Northvolt, ACC, Varta oder Custom Cells?

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Daimler

Daimler zieht das Tempo an. Vorstand Ola Källenius kündigte bei einem Investorentag am Donnerstag für seine Stammmarke Mercedes-Benz den baldigen Abschied vom Verbrennungsmotor an. 2025 will der Premium-Autobauer rund 50 Prozent der Neuverkäufe mit vollelektrischen oder Plug-in-Autos erzielen - das sind doppelt so viel wie bisher geplant. 2030 will Daimler vollelektrisch unterwegs sein. Eine Kehrtwende gab es auch in puncto Batteriezellen.


Daimler will unter dem Leitbegriff "Electric only" das ganze Mercedes-Geschäft auf elektrisches Fahren ausrichten. 2025 sollen 50 Prozent der gesamten Flotte vollelektrisch beziehungsweise als Plug-in verkauft werden. Doppelt so viel wie bisher geplant. Ziel: bis zum Ende des Jahrzehnts will Daimler "vollelektrisch werden".

"Damit werden um das Jahr 2030 von Mercedes nur noch Elektroautos produziert und verkauft. Das ist eine sehr große Überraschung."

Ferdinand Dudenhöffer, CAR-Institut

„Ab 2025 werden nur noch vollelektrische Fahrzeugplattformen weiter entwickelt. Damit werden um das Jahr 2030 von Mercedes nur noch Elektroautos produziert und verkauft. Das ist eine sehr große Überraschung und absolut richtiger Schritt von Källenius so engagiert in die Zukunft zu gehen", sagt Ferdinand Dudenhöffer vom CAR-Institut gegenüber dem AKTIONÄR.

Damit richtet sich Daimler im Vergleich der deutschen Autohersteller ähnlich radikal wie der Volkswagen-Konzern auf die neuen Themen E-Mobility, Software und Autonomes Fahren aus.


Besonders interessant waren die News bezüglich der Batteriezellen. Daimler will in Zukunft mit Partnern auch selbstständig Batteriezellen - also sozusagen das Herzstück von Batterien – bauen.

Eigentlich hatte Källenius hier Geld sparen und auf Zulieferer setzen wollen. Zuletzt hatten allerdings Berichte über eine ungenügende Qualität von gelieferten Zellen von Farasis die Runde gemacht.

Zu den Gigafabriken blieb Daimler-Chef Källenius allerdings noch viele Fragen offen.

"200 GWh ist schon eine große Nummer, aber absolut richtig. Mögliche interessante Partner könnten Northvolt oder im Hochleistungsbereich Varta oder Custom Cells sein."

Ferdinand Dudenhöffer, CAR-Institut

„Klar braucht Mercedes dazu jede Menge an Batteriezellen und die Supply-Chain dazu scheint ausgearbeitet. 200 GWh ist schon eine große Nummer, aber absolut richtig. Mögliche interessante Partner könnten Northvolt oder im Hochleistungsbereich Varta oder Custom Cells sein“, sagt Dudenhöffer.

Auch der französische Batterie-Hersteller ACC wäre eine Option – wenn auch mit geringer Wahrscheinlichkeit. Hinter der Automotive Cells Company (ACC) stecken der französische Autokonzern PSA mit seiner deutschen Tochter Opel und der französische Energiekonzern Total mit seiner Tochtergesellschaft Saft.


Was die Batteriefabriken betrifft, teilte Daimler bislang lediglich mit, dass vier der acht Fabriken in Europa stehen sollen, drei in Asien, hinzu kommt eine in den USA. Wo die Fabriken jeweils genau gebaut werden sollen und mit welchen Partnern man hier zusammenarbeiten will, muss sich ebenfalls noch zeigen. Die Zellfabriken sollen in jedem Fall das bereits geplante Netz an neun Fabriken ergänzen, die Batteriesysteme aus den Zellpaketen zusammensetzen.

Positiv beurteilt die Daimler-Pläne JPMorgan. Analyst Jose Asumendi nannte die Veranstaltung "ein exzellentes Update des Managements".

Daimler (WKN: 710000)

Daimler zieht das Tempo in Sachen E-Mobility an. Vor allem das Update in Sachen Batteriezellen stimmt positiv. Jetzt gilt es, die Software-Sparte zu stärken. Auch hier erwartet DER AKTIONÄR bald weitere News von Daimler.

Aus technischer Sicht hat vor wenigen Tagen erneut die horizontale Unterstützung bei 69,36 Euro gehalten. Das Papier hat im Anschluss wieder den Weg nach oben eingelegt. Wird die Marke von 72,50 Euro genommen, lautet das nächste Etappenziel 74,50 Euro. Hier verläuft aktuell die 100-Tage-Linie.


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