Die Comebacks nach Corona
13.03.2018 Nikolas Kessler

„Cryptomatoes“: So könnten Bitcoin & Co umweltfreundlicher werden

-%
DAX

Ein häufiger Kritikpunkt am Bitcoin ist der hohe Energieverbrauch. Laut dem Bitcoin Energy Consumption Index (BECI) von digiconomist.net verbraucht das Bitcoin-Netzwerk jährlich rund 55,3 Terawattstunden (TWh) Strom – und damit annähernd so viel wie Israel oder Griechenland. Mit der Energie, die für eine Bitcoin-Transaktion im Schnitt benötigt wird, ließen sich demnach über 400.000 Kreditkartentransaktionen im Netz von VISA durchführen.

Kamil Brejcha, Mitgründer der tschechischen Kryptobörse NakamotoX, will das System etwas umweltfreundlicher machen und die Abwärme von Mining-Farmen recyceln. Dazu testet sein neues Start-up, das den Namen Agritechture tragen soll, ein Gehäuse für Server, das die Wärme in benachbarte Gewächshäuser ableitet. „Wir nutzen die überschüssige Wärme für das Gewächshaus und es funktioniert“, bestätigte Brejcha nun bei Twitter.

Who would imagine that mining cryptocurrencies and agriculture can work together? The first batch of cryptomatoes is ready to be harvested. We are using the excess heat for the tomato greenhouse and it is working:-) pic.twitter.com/U7qqKTshqO

Im Testlauf seien so auf etwa zwei Hektar Tomaten angebaut worden, die nun reif für die Ernte sind. Schon bald sollen die „Cryptomatoes“ ganz normal im Handel verkauft werden. Das Prinzip ließe sich auch auf viele andere Nutzpflanzen anwenden – beispielsweise medizinisches Marihuana. Mangels Lizenz für dessen Anbau habe er zunächst jedoch mit traditionellem Gemüse anfangen müssen.

Da die Server im Test mit Strom aus Biomasse betrieben werden, spricht Bejcha von einem „geschlossenen Energiekreislauf“. Definitiv ein spannendes Projekt!

Kostenloser Newsletter – jetzt anmelden!

Teile dieses Artikels sind zuerst im Gratis-Newsletter bitcoin report daily erschienen – hier können Sie sich kostenlos und unverbindlich anmelden!

Buchtipp: Narrative Wirtschaft

„Tech-Aktien steigen immer!“ „Immobilien­preise fallen nie!“ Stimmt das wirklich? Ob wahr oder nicht, solche Narrative, oder einfacher gesagt Geschichten, beeinflussen das Verhalten von Menschen und somit auch die Wirtschaft massiv. Wie entstehen Narrative? Wie gehen sie viral, wie gewinnen sie an Einfluss, wann verlieren sie diesen wieder? Welche Auswirkungen haben sie? Und, last, but not least: Wie lassen sich mit ihnen ökonomische Zusammenhänge und Entwicklungen besser verstehen und vorhersagen? Diese Fragen untersucht Wirtschafts-Nobelpreisträger Robert J. Shiller in seinem vielleicht wichtigsten Buch.

Autoren: Shiller, Robert J.
Seitenanzahl: 480
Erscheinungstermin: 16.03.2020
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-666-0