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12.03.2021 Marion Schlegel

Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson: Was nun?

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Johnson & Johnson

Hintergrund des späten Lieferstarts für den Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson in Europa sind neue Zweifel, ob die USA die Ausfuhr dort abgefüllter Impfstoffe gestatten. Deshalb habe das Unternehmen nach eigenen Angaben die Lieferkette umgestellt, um die USA zu umgehen, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Freitag aus EU-Kreisen. Die Abfüllung solle nun an einem anderen Ort stattfinden, und die Änderung brauche etwas Zeit.

Johnson & Johnson (WKN: 853260)

Der Impfstoff des US-Herstellers war am Donnerstag in der EU zugelassen worden und die EU hat 200 Millionen Dosen davon bestellt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte aber anschließend in der ARD: "Die Wahrheit ist, dass frühestens Mitte, Ende April mit Lieferungen zu rechnen ist nach Angaben von Johnson & Johnson."

Ursprünglich sollte die Abfüllung – das sogenannte Fill and Finish – des in den Niederlanden entwickelten und teils in der EU produzierten Impfstoffs in den USA stattfinden, auch für Lieferungen an Europa. Lange hieß es, es gebe Zusicherungen aus Washington, dass die für die EU bestimmten Mengen wieder zurückkämen.

Nun bestehe neue Unsicherheit über die amerikanische Linie, bestätigten mehrere Quellen in Brüssel. Dass Johnson & Johnson für die europäischen Lieferungen die Produktionswege umgestellt habe, sei deshalb beruhigend, sagte ein EU-Vertreter.

Der frühere US-Präsident Donald Trump hatte Anfang Dezember eine Order erlassen, die aus Sicht von EU-Politikern auf einen Exportstopp für Corona-Impfstoffe hinausläuft, weil die USA zunächst nur ihren eigenen Bedarf decken wollen. Trumps Nachfolger Joe Biden sagte zuletzt: "Falls wir einen Überschuss haben, dann teilen wir ihn mit dem Rest der Welt." Eine Sprecherin des Weißen Hauses betonte jedoch: "Es gibt keine Exportverbote".

Der Impfstoff von Johnson & Johnson gilt als etwas besonderes, weil er als einziger mit nur einer Dosis den vollen Schutz bieten soll. Zudem kann er in einfachen Kühlschränken aufgehoben werden. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hatte ihn am Donnerstag als sicher und wirksam bewertet.

Nach der jüngsten Korrektur nimmt die Aktie von Johnson & Johnson derzeit wieder Fahrt auf. DER AKTIONÄR hat das Papier im Dezember 2020 zum Kauf empfohlen. Die Aussichten bleiben weiter gut, Anleger lassen die Gewinne laufen.

(Mit Material von dpa-AFX)