Nvidia-Chef Jensen Huang sieht bei sogenannten Neoclouds eine enorme Nachfrage nach KI-Rechenleistung. Allerdings fehlt es vielen Anbietern an Kapital, um ihre Infrastruktur schnell genug auszubauen. Während Nvidia die europäische KI-Wirtschaft vorantreiben will, geraten die Aktien mehrerer Neocloud-Anbieter unter Druck.
„Die Nachfrage nach Neoclouds ist enorm“, sagte Huang am Donnerstag im Gespräch mit CNBC am Rande der GTC-Konferenz in Berlin. Die Fähigkeiten der Anbieter seien außergewöhnlich. Allerdings stehe dem hohen Bedarf an Kapital nur ein begrenztes Angebot gegenüber. Huang zeigte sich zuversichtlich, dass sich dieses Problem lösen werde.
Neoclouds stellen spezialisierte Cloud-Infrastruktur für Anwendungen der Künstlichen Intelligenz bereit. Sie betreiben Rechenzentren und stellen Unternehmen die benötigte Rechenleistung zur Verfügung. Damit profitieren sie vom KI-Boom, müssen für den Ausbau ihrer Kapazitäten allerdings hohe Summen investieren.
Nvidia setzt auf Europa
Neben der Finanzierung ist die Energieversorgung ein entscheidender Engpass. Gerade in Europa erschweren knappe Kapazitäten und vergleichsweise hohe Strompreise den Ausbau von Rechenzentren. Huang betonte deshalb die Bedeutung einer eigenen Infrastruktur für Anbieter wie Nebius und Mistral.
„Man kann Investitionen nach Europa bringen, aber man muss damit beginnen, eine eigene Infrastruktur aufzubauen“, erklärte der Nvidia-Chef. Darauf könne eine europäische KI-Wirtschaft entstehen, die langfristig auch in der Region verankert bleibe. Europa werde dafür deutlich mehr Neocloud-Anbieter benötigen.
Nvidia hat nach eigenen Angaben bereits Investitionen von annähernd zehn Milliarden Dollar in Unternehmen, Universitäten und Forschungseinrichtungen der Region zugesagt. In Großbritannien kündigte der Konzern zuletzt Beteiligungen im Wert von mehr als einer Milliarde Dollar an fünf Start-ups an. Auch in Frankreich investiert Nvidia in junge Unternehmen.
Neocloud-Aktien unter Druck
An der Börse zeigt sich derzeit allerdings eine andere Seite des KI-Booms. Aktien von Anbietern wie CoreWeave und Nebius stehen unter Druck. Anleger sorgen sich, dass sich die enormen Investitionen in Rechenzentren erst später als erhofft auszahlen. Bei CoreWeave rückt zudem die Finanzierung des Ausbaus über Schulden in den Fokus.
An der Börse stehen die Neo-Clouds deutlich unter Druck: CoreWeave verliert rund zehn Prozent, Iren büßt knapp neun Prozent ein. Wie Anleger jetzt mit den Papiere verfahren sollten und ob die KI-Rally tot ist, erfahren Sie in der neuen Ausgabe von DER AKTIONÄR. Diese finden Sie hier.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Nvidia, CoreWeave Inc..
Nvidia-Aktien befinden sich in einem Realdepot der Börsenmedien AG.
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