Börsen-Achterbahn: Jetzt richtig handeln
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03.01.2017 Fabian Strebin

Commerzbank vs. Deutsche Bank: Kampf der Roboter

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Deutsche Bank

Die Deutsche Bank hatte mit ihren Robo-Advisoren zur Vermögensverwaltung bisher kaum Erfolg: Nach einem Jahr nutzen das Angebot weniger als 100 Kunden. Die Commerzbank will 2017 ebenfalls auf Maschinen bei der Anlageberatung setzen, vorerst aber nur bei der Tochter Comdirect.

Fintech-Eldorado Deutschland

Die deutschen Banken müssen im Markt mit Robo-Advisoren erfolgreich sein, denn längst haben sich etliche Fintechs etabliert. Zahlen aus dem Bundesfinanzministerium zeigen: Zwischen 2007 und 2015 ist laut Handelsblatt das von Robo-Advice-Anbietern verwaltete Vermögen um den Faktor zehn auf über 360 Millionen Euro gestiegen. Bis 2025 könnte der Markt schon mehrere Milliarden Euro umfassen. Für Fintechs ist Deutschland in Europa sehr attraktiv, nur in Großbritannien gibt es mehr Start-ups aus diesem Segment.

Die Banken starten spät mit ihren Robo-Advice-Lösungen. Im Gegensatz zur Deutschen Bank hat die Commerzbank aber noch einen Schuss frei. Positiv zu werten ist auch der Erfolg bei der Neukundengewinnung: Das selbstgesteckte Ziel von einer Million Neukunden in vier Jahren hat die Commerzbank Ende 2016 erreicht. Im neuen Jahr werden nochmal 500.000 zusätzlich angepeilt.

Tradingbuy Commerzbank

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Während es bei der Deutschen Bank operativ nicht rund läuft, trägt der Konzernumbau bei der Commerzbank erste Früchte. Bei den Privatkunden glänzt der Konzern zudem mit einem starken Neukundengeschäft. Trader können eine erste Position aufbauen und auf den Bruch des Abwärtstrends bei 7,87 Euro setzen. Eine Unterstützung verläuft in Höhe der 200-Tage-Linie bei 6,93 Euro. Die Deutsche Bank meiden Anleger dagegen.

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0