Jetzt auf die neuen Favoriten setzen!
15.06.2020 Fabian Strebin

Commerzbank-Streit geht weiter: Langfristig positiv für Aktionäre

-%
Commerzbank

Der Streit um die Strategie der Commerzbank geht in die nächste Runde. Kampflos will die Bank dem Großaktionär Cerberus keine zwei Sitze im Aufsichtsrat überlassen, so Medienberichte. Derweil scheint die Kritik an der Ausrichtung der Commerzbank aber zu fruchten.

Der Chefaufseher der Commerzbank, Stefan Schmittmann, soll Cerberus Forderung nach zwei Sitzen im Kontrollgremium zurückgewiesen haben, so die Nachrichtenagentur Reuters. Demnach gebe es keine freien Sitze, so Schmittmann. Die Notwendigkeit eines Umbaus sehe man nicht.

Der Finanzinvestor Cerberus reagiert gelassen. Derzeit halten die Amerikaner knapp fünf Prozent an der Bank und sind nach dem Bund neben BlackRock der zweitgrößte Aktionär. Seit dem Einstieg vor knapp zwei Jahren hat die Position indes rund 60 Prozent an Wert verloren. Nun fordert Cerberus mehr Einsparungen und eine andere Strategie.

Da wir die Commerzbank „und die beteiligten Personen kennen, haben wir diese Antwort erwartet", sagte eine Cerberus nahe stehende Person, so das Manager Magazin. „Die nächsten Schritte werden folgen.“ Kürzlich ließ der Investor verlauten, dass man überzeugt sei, auch andere Aktionäre würden die Bemühungen unterstützen, Veränderungen herbeizuführen.

Stefan Wittmann, der im Aufsichtsrat die Arbeitnehmer der Commerzbank vertritt, äußerte heute Kritik an den Forderungen von Cerberus. Er sagte aber auch, dass die Bank beim Umbau nachlegen wird. Im August soll zusammen mit den Zahlen zum zweiten Quartal ein Update gegeben werden. Erwartet werden weitere Sparmaßnahmen. Wittmann sagte gegenüber Reuters, dass wesentlich mehr Filialen geschlossen werden sollen. Zudem könnten auch mehr Jobs als angekündigt wegfallen.


Commerzbank (WKN: CBK100)

Die Commerzbank-Aktie hat heute den Rückwärtsgang eingelegt und kämpft im schwachen Gesamtmarkt um die Marke von vier Euro. Das ist allerdings nur eine Momentaufnahme. Mit der Kritik von Cerberus kommt endlich Bewegung in die Diskussion über die Commerzbank-Strategie.

Der Vorstand sollte die Chance nutzen und im August endlich eine glaubwürdige Sanierung einleiten. Anleger sollten davon profitieren können. Der Stopp liegt bei 3,50 Euro. Wer investiert ist, bleibt dabei.



Hinweis auf Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Commerzbank.


Hinweis auf Interessenkonflikte gemäß §34b WpHG:

Aktien von Commerzbank befinden sich im AKTIONÄR-Depot.

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0