16.07.2019 Michael Schröder

Carl Zeiss Meditec: Momentum schlägt Bewertung - nur wie lange noch?

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Carl Zeiss Meditec
Trendthema

Die Ankündigung einer höheren operativen Gewinnmarge durch Carl Zeiss Meditec sorgt auch heute für Impulse für die Aktie. Bereits gestern zählte die Aktie zu den Top-Gewinnern unter den heimischen Technologiewerten. Die Analystenstimmen fallen dagegen eher gemischt aus.

Zum Wochenstart gab Carl Zeiss Meditec einen zuversichtlichen Ausblick auf das Gesamtjahr. Besonders erfreulich: Bei der EBIT-Marge erwartet das Unternehmen aufgrund der bisher positiven Entwicklung eine Überschreitung der bisher prognostizierten Bandbreite von 15,0 bis 17,5 Prozent. Am Ende könnte unter dem Strich ein Gewinn je Aktie von 1,83 Euro (Vorjahr: 1,41 Euro) stehen. Die detaillierten Zahlen wird es am 9. August geben.

Die Investoren griffen trotz der mittlerweile hohen Bewertung beherzt zu – und legten heute noch einmal nach. In der Spitze zahlten Anleger mit 98,60 Euro nochmals gut fünf Prozent mehr, nachdem die Papiere schon am Vortag um mehr als zehn Prozent nach oben geschnellt waren. Seit Jahresbeginn bringen es die Papiere auf ein Plus von mehr als 44 Prozent.

Was sagen die Analysten? Die Analysten des Researchhauses Equits zeigten sich angetan: „Die Produktverkäufe laufen insbesondere in der größten Kundenregion Asien besonders erfreulich", so die Experten. Schwächen bei der Nachfrage seien nicht erkennbar, so dass auch die Aussichten für das erfahrungsgemäß starke Schlussquartal 2018/19 erfreulich seien. Bei Mainfirst kommen die Daten zwar auch gut an. Die Analysten sehen die Aktie allerdings bei 95 Euro – also auf dem aktuellen Niveau – fair bewertet. Bei Kepler Cheuvreux senkt man dagegen den Daumen und rät zum Verkauf mit Ziel 73 Euro. Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt aktuell bei 83,50 Euro.

Carl Zeiss Meditec (WKN: 531370)

Gelingt der Aktie von Carl Zeiss Meditec ein nachhaltiger Ausbruch über die Marke von 95 Euro, dann könnte die Rallye den Kurs noch bis in dreistellige Kursregionen führen. Mit einem 2019er-KGV von 52 wird die Luft dann aber immer dünner – trotz der positiven Wachstumsaussichten.