BYD arbeitet weiterhin mit Hochdruck an der Europa-Expansion. Wie die italienische Wirtschaftszeitung MF-Milano Finanza berichtete, besuchte BYD-Managerin Stella Li jüngst ein ehemaliges Werk im Süden Italiens. Das Unternehmen prüfe, ob man den Standort für eine neue Produktionsstätte in Europa nutzen könne.
Konkret besichtigte Li in den vergangenen Tagen das Menarini-Buswerk in Flumeri nahe Avellino. Menarini war einst ein traditionsreicher Hersteller, der mit Fiat, Iveco und Irisbus verbunden war, und gehört seit 2024 zum Industriekonzern SERI Industrial. Das Werk liegt in einer Sonderwirtschaftszone und verfügt bereits über Infrastruktur für die Fahrzeugproduktion sowie über Know-how im Bereich des Schwertransports. Damit könnte sich der Standort potenziell für die Herstellung von Pkw, Nutzfahrzeugen und Lastwagen eignen.
Nach Angaben von MF-Milano Finanza laufen zudem Gespräche zwischen dem Unternehmen und der italienischen Regierung, was den Verdacht erhärtet, dass der chinesische Hersteller ernsthaftes Interesse an der Übernahme des Standortes hat. Neben Italien zieht das Unternehmen offenbar auch Spanien und Deutschland als mögliche Standorte in Betracht. Auf die Aktie hatten die News am Donnerstag keinen Einfluss. Im heimischen Handel markierte sie zunächst ein neues Monatstief, erholte sich aber anschließend und beendete den Tag sogar mit einem leichten Plus. Aus charttechnischer Sicht bleibt sie damit angeschlagen.
BYD steckt weiterhin in einer Übergangsphase – und das spiegelt sich auch in der Aktie wider. Sobald sich der Konzern vielversprechende Standorte von europäischen Konkurrenten zu Eigen gemacht hat, sollten die Chinesen ihren Marktanteil schnell ausbauen können und damit auch der Kurs wieder anziehen. Angesichts dieser Situation rät DER AKTIONÄR aktuell nicht zum Kauf. Welche Titel aus dem chinesischen EV-Sektor allerdings schon jetzt ins Portfolio gehören, erfahren Sie im Börsenbrief China Stock Report.
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