19.04.2010 Werner Sperber

Börsenwelt Presseschau: Jim Rogers' Commodity FX TR Basket-Zertifikat, Dolby Laboratories, Evergreen Solar, Schaltbau und HeidelbergCement unter der Lupe

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Epigenomics
Trendthema

Die Börse am Sonntag vertraut auf den Rohstoffexperten Jim Rogers, der sich mit den Rohstoffwährungen auseinandergesetzt und ein entsprechendes Zertifikat aufgelegt hat. Die Platow Börse ist auch im "Avatar"-Fieber und spielt dabei den möglichen Trumpf Dolby Laboratories. Der Anlegerbrief performaxx erkennt eine Kurschance von 170 Prozent bei Evergreen Solar. Die Euro am Sonntag schaltet mit Schaltbau drei Gänge höher. Trade24 setzt auf HeidelbergCement. Zudem gibt es Änderungen in Musterdepots.


Börsenwelt Presseschau: Die Experten von Börse am Sonntag erinnern daran, dass Jim Rogers immer seinen eigenen Weg gegangen ist und dadurch so erfolgreich an der Börse wurde. Rogers erkannte als einer der Ersten den Rohstoffboom und entwickelte eigene Indizes für Rohstoffe und chinesische Aktien, da er die existierenden Produkte für unvollkommen hielt. Nun bietet die Royal Bank of Scotland ein Zertifikat an, mit dem Anleger auch von der Investmentstrategie im Devisensektor profitieren können: Im Jim Rogers Commodity FX TR Basket Zertifikat (WKN AA1 6X2) stehen nicht die bekannten Währungen wie Euro, Britisches Pfund oder Japanischer Yen im Mittelpunkt. Das Zertifikat läuft bis zum 9. Februar 2015 und die Managementgebühr beträgt ein Prozent pro Jahr. Rogers Strategie ist wie immer langfristig ausgerichtet und basiert auf dem Ansatz, dass die Währungen von rohstoffreichen Ländern langfristig steigen werden, vor allem im Vergleich zum US-Dollar. Der Wert dieser "Papierwährung" könnte aufgrund der aggressiven Ausweitung der Geldmenge durch die Notenbank langfristig verfallen. Währungsentwicklungen sind letztendlich die "Aktienkurse" einer Volkswirtschaft, die den Zustand der Ökonomie anzeigen. Basierend auf dieser Strategie hat Rogers seinen eigenen Devisenkorb entwickelt, in dem elf Währungen von Rohstoffländern enthalten sind, welche im Vergleich zum US-Dollar ansteigen sollen. Rogers beschränkt sich nicht nur auf die bekannten Währungen der großen Rohstoffländer unter den Industriestaaten, wie den Kanadischen oder den Australischen Dollar, sondern er setzt sehr stark auf exotische Währungen von Emerging Markets, die langfristig sehr aussichtsreich, aber für ausländische Anleger nur schwer zugänglich sind. So beinhaltet der Währungskorb auch den Russischen Rubel, den Brasilianischen Real, den Mexikanischen Peso, die Indonesische Rupie, die Norwegische Krone, den Südafrikanischen Rand, den Malaysischen Ringgit, den Chilenischen Peso und den Neuseeländischen Dollar. Damit bekommen Privatanleger die seltene Möglichkeit, an den Anstiegen exotischer Devisen aus Schwellenländern teilzuhaben.

Die Platow Börse: Dolby Labs könnten noch vom "Avatar"-Fieber profitieren 

Der in 3D-Technik produzierte Trickfilm "Avatar" hat bislang 2,7 Milliarden Dollar eingespielt und ist damit nach Angaben der Experten der Platow Börse eindeutig der wirtschaftlich erfolgreichste Kinofilm. Viele Anleger hoffen wegen dieses Erfolges auf steigende Kurse der Aktien von Kinobetreibern, Medienunternehmen oder Hardware-Spezialisten. Die Anteilscheine von Dolby Laboratories haben sich seit Anfang Oktober 2009 bereits um rund 60 Prozent verteuert. Im ersten Quartal des Ende September ablaufenden Geschäftsjahres 2009/10 hat der Audio-Spezialist den Umsatz um 23 Prozent auf 221 Millionen Euro erhöht. Das EBIT verringerte sich im Jahresvergleich aber um neun Prozent auf 104 Millionen Dollar. Dennoch hat der Vorstand die Prognose für den Gewinn je Aktie im Fiskaljahr auf bis zu 2,08 Dollar erhöht. Das würde einem ambitionierten KGV von 28 entsprechen. Die Experten schätzen das Kurs-Buchwert-Verhältnis auf ebenfalls hohe 5. Dennoch raten sie sehr risikobereiten Anlegern darauf zu setzen, dass der Aufwärtstrend der Aktie noch etwas anhält. Der Stoppkurs sollte bei 47,50 Dollar gesetzt werden.

Der Anlegerbrief performaxx: 170-Prozent-Chance bei Evergreen Solar

In der Rezession stürzte auch der Aktienkurs von Evergreen Solar ab. Die Experten des Anlegerbriefes performaxx erkennen allerdings, dass die Notierung bei 1,10 Dollar nach oben gedreht hat. Damit scheint sich eine mögliche Bodenbildung zu festigen. Eine eventuell folgende Kurserholung könnte bis zu den horizontalen Widerständen bei 2,50 oder sogar erste bei sechs Dollar führen. Sobald der Kurs die Abwärtstrendlinie bei 1,40 Dollar überwunden hat, sollten risikobereite Anleger mit einem charttechnischen Kursziel von 3,80 Dollar und einem Stoppkurs bei etwas weniger als 1,10 Dollar einsteigen. Notierungen von weniger als einem Dollar würden ein erneutes Verkaufssignal erzeugen.

Die Euro am Sonntag: Schaltbau schaltet mehrere Gänge nach oben

Georg Pröbstl, Experte der Euro am Sonntag, gesteht Schaltbau, einer seiner Lieblingsaktien, kurz- und mittelfristig Kurspotenzial zu. Als Zulieferbetrieb für Verkehrstechnik besitzt Schaltbau eine Reihe langfristiger Aufträge, weshalb die Erlös- und Ertragsentwicklung vergleichsweise gut zu planen ist. Vorstandsvorsitzender Jürgen Cammann prognostiziert zuverlässig und eher konservativ. Für das Jahr 2009 hatte er einen Gewinn je Aktie von 6,20 Euro erwartet, wobei Schaltbau schließlich sogar 6,62 Euro erreicht hat. Für das laufende Jahr plant Cammann einen Ertrag pro Vorzugsaktie von 5,40 Euro, was einem KGV von günstigen 7 entspräche. Mittelfristig geht der Konzernchef davon aus, dass sich die Erlöse in den kommenden fünf Jahren von derzeit 270 Millionen auf 450 Millionen Euro erhöhen sollen. Die Hälfte der zusätzlichen Umsätze sollen Übernahmen einbringen, wobei Pröbstl daran erinnert, dass Cammann im ersten Halbjahr 2010 drei Zukäufe tätigen will, welche einen Umsatz von insgesamt 50 Millionen Euro mitbringen. Die Finanzierung soll nach Schätzungen Pröbstls demnächst angegangen werden. Der Experte schließt sich bei seinen Schätzungen für den Gewinn je Aktie für das Jahr 2010 den Prognosen von Cammann an und geht von 5,40 Euro aus, für 2011 schätzt Pröbstl diesen Ertrag auf 6,60 Euro und für 2015 geht er von rund zwölf Euro pro Anteilschein aus. Er empfiehlt die Vorzugsaktie mit einem Kursziel von 72,50 Euro und einem Stoppkurs bei 32,70 Euro zum Kauf.

Änderungen in den Musterdepots von Euro am Sonntag:

Jens Castner, Verantwortlicher für das defensiv ausgerichtete Musterportfolio, will 220 Anteilscheine von Stratec Biomedical zu höchstens 26 Euro aufnehmen. Sven Parplies, zuständig für das Momentum-Musterdepot, hat seine 39 Aktien von Intuitive Surgical mit einem Gewinn von sechs Prozent zu 254,63 Euro ausgebucht und dafür 1.709 Titel von Singulus Technologies zu 5,82 Euro eingebucht. Nun will Parplies seine 600 Papiere von Mylan Laboratories aus dem Depot nehmen und durch Anteilscheine von Liberty Media ersetzen. Joachim Spiering betreut das offensiv ausgerichtete Musterportfolio. Er hat seine 6.420 Put-Optionsscheine (WKN DB6 8JX) auf den TecDAX mit einem Verlust von 39 Prozent zu 0,67 Euro ausgebucht. Nun sind die 400 Vorzugsaktien von Drägerwerk ausgestoppt worden. Der Stoppkurs belief sich auf 47 Euro. Dafür will Spiering 5.200 Papiere von Heliad Equity Partners aufnehmen und bei 3,20 Euro absichern.

Trade24.de:  Der Aktienkurs von HeidelbergCement dürfte weiter steigen

Die Experten von Trade24.de empfehlen die Aktie von HeidelbergCement als "Top-Favorit spekulativ" zum Kauf. Der Wert zeigt relative Stärke, der Intraday-Chart ist annehmbar und die Handelsumsätze sind relativ hoch. Der anfängliche Stoppkurs sollte bei 45 Euro gesetzt werden. 

Änderungen im Musterdepot von Hot Stocks Europe:

Die 4.000 Anteilscheine von GFT Technologies sind mit einem Verlust von sechs Prozent zu 3,25 Euro ausgestoppt worden. Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben zudem ihre 3.500 Aktien von Datagroup mit einem Minus von zwei Prozent zu 3,95 Euro ausgebucht. Dafür haben sie 700 Papiere von Euromicron zu 19,25 Euro aufgenommen und bei 17,50 Euro abgesichert. Zudem haben sie 8.000 Titel von Bolser zu 1,73 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 1,40 Euro gesetzt.

Änderungen im Musterdepot von Global Biotech Investing:

Die Verantwortlichen für das Musterportfolio haben ihre 10.205 Anteilscheine von Epigenomics mit einem Gewinn von 29 Prozent zu 2,67 Euro ausgebucht. Zudem haben sie sich von ihren 5.000 Aktien von Nabi Biopharma mit einem Plus von vier Prozent zu 3,95 Euro getrennt. Dafür haben sie 850 Papiere von Ardea Bio zu 17,45 Euro aufgenommen und bei 2,55 Euro abgesichert sowie 4.400 Titel von Peregrine Pharma zu 2,95 Euro eingebucht und den Stoppkurs bei 2,55 Euro gesetzt.

Änderungen im Musterdepot des Emerging Markets Investor:

Die 40.000 Anteilscheine von Chaarat Gold sind mit einem Gewinn von 67 Prozent zu 0,60 Euro ausgestoppt worden. Auch die 70.000 Aktien von Jade Art Group und die 5.000 Titel von Ukrros sind mit einem Gewinn von 96 Prozent beziehungsweise 25 Prozent zu 0,55 Euro respektive fünf Euro ausgestoppt worden. Zudem haben die Verantwortlichen für das Musterportfolio ihre 15.000 Papiere von China Energy mit einem Gewinn von 125 Prozent zu 2,90 Euro sowie ihre 500.000 Anteilscheine von Majestic Gold mit einem Plus von 83 Prozent zu 0,095 Euro ausgebucht.