Das ist Ihre Erfolgsstrategie für schwache Börsen
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26.06.2016 Andreas Deutsch

Börsenexperte: So geht es an den Märkten weiter

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Der Brexit ist gerade noch verhindert worden. Die Märkte nahmen die positive Entscheidung schon vorweg und haussierten. Der bedeutende Gebert-Indikator von Thomas Gebert sprang auf Grün.

DER AKTIONÄR: Herr Gebert, Ihr Indikator ist auf grün umgesprungen. Kommt jetzt die Sommerrallye?

THOMAS GEBERT: Nun, einige freundliche Wochen sind jetzt möglich. Längerfristig bin ich nicht so sehr optimistisch. Ich glaube nicht, dass nun eine große Hausse anfängt.

Warum nicht?

Der Markt ist in der Regel da wo er steht, richtig bewertet, sonst stünde er da nicht. Der Markt ist nicht dumm. Zum Beispiel der Anleihemarkt: Die Rendite einer zehnjährigen Anleihe liegt normalerweise bei Inflationsrate plus Produktivitätswachstum. Sowohl die Inflation als auch das Produktivitätswachstum verharren bei uns seit Längerem in der Gegend von null. Deshalb verzinsen sich zehnjährige Bundesanleihen ebenfalls mit null Prozent. Für einen höheren Zins müsste entweder die Inflationsrate steigen oder das Produktivitätswachstum zurückkommen. Beides ist im Moment nicht zu sehen und so rentiert die zehnjährige Anleihe im nächsten Jahr wohl immer noch bei null Prozent und im übernächsten Jahr ebenfalls.

Was bedeutet das für die Aktien?

Genauso verhält es sich mit dem Aktienmarkt. Auch er ist im Moment bei etwas über 10.000 Punkten richtig gepreist. Damit sich die Kurse deutlich bewegen, muss irgendetwas passieren. Die Aktienkurse hängen von den Unternehmensgewinnen und dem Zins ab. Einer dieser beiden Größen oder beide müssten sich ändern, um dauerhafte Kurbewegungen zu erreichen. Bei den Zinsen wird sich wohl auf lange Zeit nichts tun, sodass die Aktienkurse hauptsächlich von den Unternehmensgewinnen beeinflusst werden. Man muss sich überlegen: Was könnte sich da in Zukunft entwickeln?

Und was?

Kommt eine Rezession, dann würden die Unternehmensgewinne zurückgehen und die Aktienkurse sinken. Oder die Unternehmensgewinne werden steigen, dann krabbeln auch die Kurse. Allerdings steigen die Arbeitskosten in den Firmen mit einer Rate von 3,1 Prozent, die erzielten Preise fallen mit einer Rate von 0,1 Prozent und die Produktion stagniert. Da wird es für die Unternehmen schwierig höhere Gewinne zu erzielen. Der größte Teil der Kursbewegungen der letzten Monate geht auf Stimmungsschwankungen zurück. An den fundamentalen Daten hat sich eigentlich nicht viel geändert.

Und Sie meinen, dass die Stimmung kurzfristig besser wird?

Ja, zunächst könnte es durchaus noch freundlich zugehen. Ab Spätsommer könnte es dann etwas ungemütlich werden, wenn sich die Hoffnungen auf steigende Unternehmensgewinne nicht recht materialisieren. Ein Verkaufssignal des Börsenindikators wird zu der Zeit dann auch wieder wahrscheinlich.

Vielen Dank für das Interview.

Mehr zu Thomas Gebert erfahren Sie im aktuellen Gebert-Brief.

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