01.12.2016 Werner Sperber

Börsen-Profis: WCM kostet endlich wieder weniger als der NAV; deshalb dennoch abwarten

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WCM
Trendthema

Der Austria Börsenbrief erinnert an den im Vergleich zum Nettovermögenswert (NAV) zu hohen Kurs der Aktie der WCM Beteiligungs- und Grundbesitz AG zu Jahresbeginn und die anschließend gute Geschäftsentwicklung. Allerdings verkaufte die auf Gewerbeimmobilien spezialisierte Gesellschaft auch viele neue Aktien. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres ist der Aufschlag des Aktienkurses im Vergleich zu dem zum 30. September festgestellten NAV von 2,56 Euro pro Anteil abgebaut worden. Der Verschuldungsgrad (50,3 Prozent loan-to-value) und die sonstigen Kennziffern, wie die durchschnittliche Verzinsung der Immobilienkredite (2,0 Prozent), die durchschnittliche Restlaufzeit der Mietverträge (9,3 Jahre), die Entwicklung der Leerstands-Quote (4,1 Prozent), der Mieteinnahmen (23,8 Millionen Euro) oder des operativen Ergebnisses ohne Objekt-Verkäufe (funds from operations I., ffo I.; 12,9 Millionen Euro beziehungsweise 0,10 Euro je Aktie) stimmen durchaus. Der Vorstand bestätigte zudem die Ziele für das Gesamtjahr, wonach der ffo I. zwischen 18 und 21 Millionen Euro liegen und eine Dividende ausgeschüttet werden soll.

Im bisherigen Verlauf des vierten Quartals kaufte WCM weitere Objekte dazu und erhöhte damit den Wert des Immobilienportfolios im Vergleich zum 30. September von gut 576 Millionen Euro auf nun wohl 766 Millionen Euro. Die daraus zu erzielenden jährlichen Mieteinnahmen dürften entsprechend auf 46 Millionen Euro gestiegen sein. Daraus wiederum dürfte ein ffo I. von 25,5 Millionen Euro zu erwirtschaften sein. Der NAV dürfte derzeit 2,85 Euro je Aktie betragen und damit endlich wieder höher liegen als der momentane Aktienkurs. Allerdings beruht dieser NAV vor allem auf geänderten Bewertungsansätzen. Vor diesem Hintergrund scheint die Aktie dem Austria Börsenbrief nun zwar attraktiver bewertet als zu Jahresbeginn, jedoch immer noch nicht zwingend kaufenswert.