Europas Autowerte haben nach der jüngsten Gewinnwarnung von BMW einen schweren Stand. Experte Jose Asumendi von JPMorgan hatte die Prognosesenkung der Münchner als "Weckruf" bezeichnet. Das Jahresminus bei der BMW-Aktie summiert sich mittlerweile auf 35 Prozent.
BMW hat das Vertrauen der Anleger schwer beschädigt. Die Prognosesenkung vom Dienstagabend trifft vor allem die zentrale Kennzahl des Konzerns: die Marge im Autogeschäft.
Statt einer EBIT-Marge von 4 bis 6 Prozent erwartet BMW in der Autosparte nur noch 1 bis 3 Prozent.
Der Druck kommt von mehreren Seiten. China schwächelt weiter, der Wettbewerb in Asien-Pazifik verschärft sich.
– BMW hat am Dienstag den Jahresausblick für 2026 deutlich gesenkt.
– Die EBIT-Marge in der Autosparte soll nur noch 1 bis 3 Prozent erreichen.
Die Neue Klasse bleibt ein wichtiger Hoffnungsträger, doch kurzfristig zählt für Anleger vor allem die Frage, wie stark die Profitabilität noch unter Druck gerät.
Inzwischen kappten weitere Experten ihre Prognosen für BMW und damit auch ihre Kursziele.
Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für BMW von 86 auf 69 Euro gesenkt.
Harald Hendrikse von der Citigroup sieht die Aktie bei 66 Euro fair bewertet.
Die operativen Margen (Ebit) und die Ergebnisse je Aktie bewegten sich auf zyklischen Tiefständen. Es gebe keine Hinweise auf eine Erholung auf dem chinesischen Markt und gegenwärtig keine positive Sichtweise auf die Aktien, so der Experte.
Auch Goldman Sachs schraubte das Kursziel nach unten. Christian Frenes nahm in Reaktion auf die Prognosesenkung von BMW am Dienstag eine etwas konservativere Haltung ein. Die Kursreaktion hält der Experte aber für übertrieben. Sein neues Kursziel für die BMW-Aktie lautet 84 Euro.
„Die BMW-Aktie befindet sich kurzfristig auf Boden- und Richtungssuche. Charttechnisch rückt nun der nächste mögliche Unterstützungsbereich in den Fokus, der im Bereich von rund 57,50 Euro bis 55,20 Euro verlaufen könnte. Positiv ist, dass die Slow Stochastik bereits wieder nach oben dreht und damit erste Stabilisierungstendenzen andeutet“, sagt Charttechnik-Experte Martin Utschneider von RoboMarkets Deutschland.
BMW hat Investoren und Analysten mit der deutlichen Prognosesenkung überrascht. Diese mit der Lage im Nahen Osten zu begründen, ist fragwürdig. Aus technischer Sicht bekommt die Aktie Unterstützung im Bereich von 57,50 Euro.
FAQs:
Warum hat BMW die Prognose gesenkt?
BMW verweist auf die schwache Entwicklung in China und den Nahostkonflikt.
Was ist der wichtigste Punkt?
Entscheidend ist die deutlich niedrigere Margen in der Autosparte.
Was spricht für BMW?
Roll-out der Neuen Klasse, Ausschüttungsquote.
Heute, 08:37