Der Abverkauf bei Bitcoin geht weiter. Die Kryptowährung rutschte heute bereits zeitweise bis auf 61.322 Dollar ab, lag damit mehr als fünf Prozent im Minus und markierte den tiefsten Stand seit Anfang Februar. Zwar setzte anschließend eine Gegenbewegung ein, die charttechnische Lage bleibt aber äußerst angespannt. Daraus kann sich aber auch eine Chance ergeben.
Bereits seit Tagen verschlechtert sich die Stimmung am Kryptomarkt. Aus den US-Spot-ETFs flossen zuletzt über 4,4 Milliarden Dollar innerhalb von 13 Handelstagen ab. Laut Bloomberg ist das die längste Serie an Nettoabflüssen seit Einführung der Produkte. Gleichzeitig wurden binnen 24 Stunden Long-Positionen im Wert von rund 1,3 Milliarden Dollar liquidiert. Viele Anleger wurden damit auf dem falschen Fuß erwischt.
Auch an den Prognosemärkten nimmt der Pessimismus zu. Die Wahrscheinlichkeit, dass Bitcoin im Jahresverlauf noch unter 60.000 Dollar fällt, wurde zuletzt zeitweise mit mehr als 80 Prozent bewertet (mehr dazu in den Beiträgen am Artikel-Ende). Der Fear & Greed Index signalisiert inzwischen sogar extreme Angst.
Belastet wird der Markt zusätzlich durch geopolitische Unsicherheiten im Nahen Osten sowie eine allgemein schwächere Risikobereitschaft an den Finanzmärkten. Laut Daten von CryptoQuant hat sich zudem das Risikoprofil am Terminmarkt deutlich eingetrübt. Spekulative Käufe gegen den Trend würden aktuell zunehmend bestraft, während die Dominanz der Liquidationen klar zulasten der Bullen ausfalle.
Als Grund für die Abflüsse bei Bitcoin gilt außerdem, dass Tech-Aktien seit mehreren Quartalen deutlich mehr Rendite abwerfen und damit für spekulative Anleger derzeit attraktiver sind.
Charttechnisch spitzt sich die Lage zu. Mit dem Rückfall an die Tiefs von Anfang Februar wird die Unterstützung im Bereich von 60.000 Dollar erneut getestet. Hält diese Zone nicht, droht eine weitere Beschleunigung der Abwärtsbewegung. Gelingt dagegen eine nachhaltige Stabilisierung oberhalb von 60.000 bis 63.000 Dollar, könnte die aktuelle Verkaufswelle zunächst abebben.
Nach dem Rekordhoch von mehr als 126.000 Dollar im Oktober hat Bitcoin inzwischen rund die Hälfte seines Wertes eingebüßt. Die Nervosität am Markt bleibt entsprechend hoch. Im Fokus steht nun die Zone um 60.000 Dollar. Dort hatte Bitcoin Anfang Februar einen wichtigen Boden ausgebildet. Risikobewusste Bitcoin-Fans könnten die aktuelle Lage somit vielleicht auch als Nachkaufchance sehen. Die aktuelle Abwärtsdynamik ist allerdings stark.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 10:12