30.03.2017 Michel Doepke

Biotest: Wie aus dem Nichts – Chinesen greifen nach Biotech-Schmiede

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Biotest
Trendthema

Paukenschlag bei Biotest: Der chinesische Investor Creat Group beabsichtigt den Konzern für rund 940 Millionen Euro zu erwerben. Während die Führungsetage den Deal der Chinesen begrüßt, bleibt vorerst abzuwarten, ob auch die Großaktionäre der Stammaktie die Übernahme positiv sehen.

Creat bietet lediglich 19,00 Euro für die Biotest-Vorzugsaktie und somit sogar zwei Cent unter dem gestrigen Xetra-Schlusskurs. Das Angebot für die Stammaktie liegt deutlich darüber. Mit einem Angebotspreis von 28,50 Euro pro Papier winkt ein Aufschlag von rund 43 Prozent – und das aus gutem Grund.

Während sich die Vorzüge zu 100 Prozent im Freiverkehr befinden, müssen die Großaktionäre bei der Stammaktie überzeugt werden. Mehr als die Hälfte der Anteile hält die Familie Schleusner und weitere rund 15 Prozent die Kreissparkasse Biberach. Mit der LBBW-Tochter BWInvest (Anteil 7,4 Prozent) gilt es einen weiteren Investor zu überzeugen. Ob der satte Aufschlag von über 40 Prozent ausreicht, um die Zustimmung für die Übernahme zu den Konditionen zu erhalten, bleibt abzuwarten. Dass die Creat Group nach dem herben Rückschlag in den USA eine Übernahme-Offerte startet, überrascht.

Abwarten

Im vorbörslichen Handel notiert die Vorzugsaktie bereits deutlich über den Gebot von 19,00 Euro. Auch die Stammaktie gewinnt kräftig und legt über 25 Prozent zu. Investierte Anleger bleiben dabei und ziehen den Stopp nach. Neueinsteiger sollten vorerst die Füße still halten – die Übernahme kann jederzeit platzen. Dann hätte die Aktie jede Menge Korrekturpotenzial.