BASF erwägt Kreisen zufolge, sein Angebot für Evonik zu erhöhen. Voraussetzung sei jedoch, zunächst Einblick in die Geschäftsbücher des Spezialchemiekonzerns zu erhalten, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person am Mittwoch der Nachrichtenagentur dpa-AFX. Der erste Vorschlag soll 22,15 Euro je Aktie betragen haben.
Einschließlich Schulden entspräche das einem Unternehmenswert von mehr als 14 Milliarden Euro. Evonik wies das Gebot als zu niedrig zurück. Zuvor hatte die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ über eine mögliche Nachbesserung berichtet.
Bei einer Übernahme will BASF offenbar auch bestehende Zusagen zu Arbeitsplätzen und Standorten respektieren. Trotz des geplanten Stellenabbaus sind bei Evonik in Deutschland betriebsbedingte Kündigungen bis 2032 ausgeschlossen. Der Personalabbau soll stattdessen freiwillig, etwa über Abfindungen, erfolgen.
BASF würde zudem Evoniks Überlegungen zu möglichen Verkäufen einzelner Geschäftsbereiche prüfen. Dabei könnte der Chemieparkbetreiber Syneqt eine Rolle spielen.
Mit der Übernahme könnte BASF das eigene Kerngeschäft ausbauen. Zugleich nimmt der Druck auf die europäische Chemiebranche zu: Unternehmen kämpfen mit hohen Energiekosten und stärkerer Konkurrenz aus China. Die Branche steuert damit auf eine Konsolidierung zu.
Vor knapp drei Wochen hatten BASF, Evonik und die RAG-Stiftung erstmals öffentlich gemacht, dass es einen Vorstoß gibt. Evonik bezeichnete ihn als unverbindliche „Ansprache“ durch BASF. „Diese ist auf ein freiwilliges öffentliches Übernahmeangebot für sämtliche Aktien der Gesellschaft gerichtet.“ Gespräche liefen demnach bislang nicht. BASF erklärte: „Fortgang und Ausgang der Sondierungen sind gegenwärtig offen.“
Vor den ersten Berichten über die Übernahmepläne kostete die Evonik-Aktie etwas mehr als 18 Euro; inzwischen liegt sie bei 21,68 Euro. Berenberg-Analyst Sebastian Bray hält laut einer jüngsten Studie ein Angebot zwischen 24 und 25 Euro je Aktie für möglich.
DER AKTIONÄR hält an seiner Einschätzung fest: Wer bei den Anteilscheinen von BASF und/oder Evonik investiert ist, bleibt dabei und beachtet die Stoppkurse bei 39,00 Euro (BASF) beziehungsweise 16,00 Euro (Evonik).
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Enthält Material von dpa-AFX
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